Das Erzbistum Köln stellt 100.000 Euro Soforthilfe für die Erdbebenopfer in Venezuela bereit, während ein THW-Spezialteam aus Köln-Porz zur Unterstützung in die betroffenen Gebiete aufbricht.
Köln unterstützt Erdbebenopfer in Venezuela mit Soforthilfe

Hilfe aus Köln für die Erdbebenopfer in Venezuela
Nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela mobilisiert Köln Unterstützung für die betroffenen Menschen. Das Erzbistum Köln hat am vergangenen Freitag eine Soforthilfe in Höhe von 100.000 Euro bereitgestellt. Diese Mittel sollen den Menschen in den am stärksten betroffenen Regionen zugutekommen. Der Bereich “Weltkirche & Dialog” des Erzbistums steht in engem Kontakt mit den lokalen kirchlichen Verantwortlichen, um die Hilfe effektiv zu koordinieren.
Kardinal Rainer Maria Woelki hat den Opfern seine Solidarität ausgesprochen und betont, dass die Kirche vor Ort den Menschen direkt zur Seite steht. Viele Pfarreien haben ihre Türen geöffnet, um denjenigen zu helfen, die nicht in ihre Häuser zurückkehren können. Zudem wurde über die Pfarrcaritas ein Solidaritätsnetzwerk aktiviert, um die Hilfsmaßnahmen zu unterstützen.
Technisches Hilfswerk aus Köln im Einsatz
Das Technische Hilfswerk (THW) hat ebenfalls Hilfe geleistet, wobei Köln eine zentrale Rolle spielt. In Köln-Porz wurde die Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland mobilisiert, die auf Rettungseinsätze nach schweren Erdbeben spezialisiert ist. Das 48-köpfige Team ist mittlerweile in Venezuela angekommen. Vor dem Abflug fanden im THW-Ortsverband Köln-Porz eine Einweisung, medizinische Checks sowie die Gepäckabfertigung statt. Auch vier Suchhundeteams sind Teil der Einheit, die in der Lage ist, sich vor Ort bis zu zehn Tage selbst zu versorgen.
Sinkende Hoffnung auf Überlebende
Die Erdbeben, die am Abend des 24. Juni auftraten, haben vor allem im Norden Venezuelas erhebliche Schäden angerichtet. Zahlreiche Menschen sind ums Leben gekommen oder verletzt worden. Experten weisen darauf hin, dass die Chancen, noch Überlebende aus den Trümmern zu retten, rapide sinken, da das kritische Zeitfenster von 72 Stunden nach der Katastrophe bereits verstrichen ist. Dennoch setzen die mehr als 2.600 internationalen Helfer ihre Suche nach Verschütteten fort. Am Wochenende konnten noch mehrere Kinder lebend geborgen werden.
Die Zahl der Todesopfer ist auf mindestens 1.450 gestiegen. Schätzungen der US-Erdbebenwarte USGS deuten darauf hin, dass die Beben der Stärke 7,2 und 7,5 möglicherweise bis zu 10.000 Todesopfer gefordert haben könnten. Die Angaben über die Zahl der Vermissten variieren stark: Während die Regierung von Hunderten spricht, listet die Opposition nahezu 50.000 Personen auf. Laut der Interimspräsidentin Delcy Rodríguez sind 3.150 Menschen verletzt worden, und mehr als 12.700 sind obdachlos. Die Regierung berichtet von 774 eingestürzten Gebäuden, wobei der Küstenstaat La Guaira, nördlich von Caracas, am schwersten betroffen ist.
Politische und humanitäre Lage in Venezuela
Diese Naturkatastrophe trifft Venezuela inmitten einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Delcy Rodríguez führt die Regierung seit Januar, nachdem ihr Vorgänger Nicolas Maduro durch einen US-Einsatz abgesetzt wurde. Aus US-Regierungskreisen wurde bekannt, dass Washington in Kürze ein weiteres Hilfspaket in dreistelliger Millionenhöhe ankündigen wird, das zu den bereits zugesagten 150 Millionen Dollar hinzukommt. Die Vereinten Nationen schätzen, dass insgesamt sieben Millionen Menschen von den Folgen des Erdbebens betroffen sind.
Quellen: t-online
Bildquelle: KI generiert








