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Köln verpasst die Wende – Union geht mit Sieg in die Pause

Kwasniok im Weihnachtspulli, Baumgart im T-Shirt: Kölns letzter Heimauftritt des Jahres bietet abseits des Platzes einiges. Auf dem Rasen bleibt die Partie gegen Union Berlin lange zäh und müde.

Kölns Kakub Kaminski (r) hatte in der ersten Hälfte zwei Chancen.
Foto: Marius Becker/dpa

Der 1. FC Köln konnte auch zum Jahresabschluss keinen Befreiungsschlag erzielen. Das Team von Trainer Lukas Kwasniok verlor gegen den 1. FC Union Berlin mit 0:1 (0:0) in Unterzahl nach einem späten Gegentor. Es war das Wiedersehen mit dem ehemaligen FC Trainer Steffen Baumgart, und das Team wartet nun seit sechs Spielen auf einen Sieg.

Die Köpenicker gingen dank eines Treffers von Joker András Schäfer in der Nachspielzeit (90.+1) glücklich in Führung und konnten somit erstmals in dieser Saison zwei Bundesliga-Siege in Folge feiern. Union geht mit 21 Punkten in die Winterpause, während Köln bei 16 Zählern steht und trotz einer Serie von sieglosen Spielen immer noch einen kleinen Vorsprung auf die Abstiegsplätze hat.

Für Union-Trainer Baumgart war die Partie nicht nur eine Rückkehr an alte Wirkungsstätte, sondern auch ein Duell mit Geschichte: Auf den Tag genau zwei Jahre zuvor verlor er noch als FC-Coach das Kellerduell bei Union Berlin mit 0:2 und musste einen Tag später in Köln seinen Posten räumen. «Es war eine geile und schöne Zeit. Ich freue mich, immer mal wieder herzukommen», sagte Baumgart vor Anpfiff über seine Station in der Domstadt von 2021 bis 2023.

Baumgart im T-Shirt, Kwasniok im Weihnachtspulli 

Vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Kölner Stadion begann das Spiel ungewöhnlich ruhig auf den Rängen und langsam auf dem Rasen. Ein medizinischer Notfall führte zu Stille bei den FC-Fans, in die auch die Union-Anhänger nach anfänglich lautem Support nach wenigen Minuten übergingen. In dieser beinahe gespenstischen Ruhe setzte Jakub Kaminski (6. Minute) den ersten Abschluss direkt in die Arme von Union-Keeper Frederik Rönnow.

Während Baumgart bei neun Grad im T-Shirt coachte, erschien Kwansiok, der Shootingstar Said El Mala zunächst auf der Bank ließ, im rot-weißen Weihnachtspullover mit Geißbock-Motiv. Nach etwa 15 Minuten kehrte der gewohnt lautstarke Support zurück, aber das Spiel auf dem Rasen blieb langweilig. Köln hatte mehr Ballbesitz, aber kaum Chancen. Kaminski setzte einen Distanzschuss neben das Tor (23.). Union hingegen wartete erfolglos auf Konter.

Lauter Applaus für El Mala, erneute Stille nach Sanitäter-Einsatz 

Die zweite Hälfte begann ohne personelle Veränderungen auf beiden Seiten. Kapitän Christopher Trimmel von Union machte sich offensiv bemerkbar, aber ohne Gefahr. Die Gäste wagten sich mehr nach vorne, während Köln kompakt stand. Der Ball kam in Strafraumnähe kaum an, auch nicht durch die Einwechslung von Ex-Unioner Marius Bülter.

20 Minuten vor Schluss wurde El Mala eingewechselt, was zu lautem Applaus führte. Immerhin hat der 19-Jährige, der am Vortag zum wertvollsten Profi in der Geschichte des FC ernannt wurde, die Hälfte seiner sechs Bundesliga-Tore als Joker erzielt. Kurz darauf wurde es jedoch erneut ruhig im Stadion aufgrund eines weiteren Sanitäter-Einsatzes in der Südkurve. Laut FC konnten beide Patienten stabilisiert und bei Bewusstsein ins Krankenhaus gebracht werden.

Nachdem der Support wieder aufgenommen wurde, wurde es auf dem Platz erneut hitzig. Kölns Rav van den Berg sah nach einem Handspiel als letzter Mann die Rote Karte (83.), als er einen langen Pass der Köpenicker stoppte. Der folgende Freistoß brachte Gefahr im Kölner Strafraum, und Union forderte einen Elfmeter, da auch ein Arm bei der Abwehr im Spiel war. Dennoch traf Union kurz darauf ohne Strafstoß: Der eingewechselte Schäfer erzielte ein unhaltbares Tor.

dpa