Kölns Polizeipräsident Johannes Hermanns fordert eine neue Strategie im Umgang mit Crack, die über Repression hinausgeht. Er schlägt vor, bei schwerer Abhängigkeit Drogen ärztlich zu verordnen, um die Situation zu verbessern und die Verbreitung zu reduzieren.
Kölner Polizeipräsident fordert neue Ansätze im Umgang mit Crack-Konsum

Der Kölner Polizeipräsident Johannes Hermanns hat sich deutlich zu den Herausforderungen des Crack-Konsums in der Innenstadt geäußert und dabei alternative Lösungsansätze skizziert, die möglicherweise auch Kritiker überraschen könnten.
Hermanns betont, dass die alleinige Anwendung von repressiven Maßnahmen nicht ausreiche, um das wachsende Problem des Crack-Konsums zu bekämpfen. In einem Interview äußerte er, dass die Situation ernst sei und die Verbreitung von Crack sowie synthetischen Drogen zunehme. Er warnt davor, dass Untätigkeit zu erheblich größeren Problemen führen könnte.
Warnung vor internationalen Entwicklungen
Als Beispiel für die negativen Folgen einer unzureichenden Reaktion auf Drogenprobleme verweist Hermanns auf Städte in den USA und Kanada, wo sich ganze Straßenzüge in Geisterstädte verwandelt haben. Er appelliert an die Verantwortlichen in Köln, die gegenwärtigen Chancen nicht leichtfertig zu verspielen.
Ein zentrales Thema in Hermanns‘ Argumentation ist die paradoxe Rechtslage bezüglich Drogenkonsumräumen. Er kritisiert, dass schwerstabhängige Personen in diesen Räumen Drogen konsumieren dürfen, sie sich diese jedoch zuvor illegal beschaffen müssen. Auch der Besitz von Drogen bleibt strafbar, was die Situation kompliziert.
Ärztlich verordnete Drogenabgabe als Lösung
Hermanns schlägt vor, dass bei ärztlich festgestellter Schwerstabhängigkeit eine ärztlich verordnete Abgabe von Drogen in Konsumräumen ermöglicht werden sollte. Dies könnte dazu beitragen, die Geschäftsgrundlage von Dealern zu verringern. Allerdings ist eine solche Regelung derzeit rechtlich nicht umsetzbar, und eine Gesetzesänderung ist nicht in naher Zukunft zu erwarten.
Fokus auf Dealerstrukturen und Kriminalität
Bis eine solche Änderung erfolgt, sieht Hermanns die Notwendigkeit, legale Spielräume besser zu nutzen. Der Schwerpunkt der Polizeiarbeit liegt momentan auf der Bekämpfung organisierter Dealerstrukturen sowie der damit verbundenen Beschaffungskriminalität, wie Raub und Diebstahl. Zusätzlich verweist Hermanns auf wissenschaftliche Studien, die darauf hindeuten, dass etwa zehn Prozent der Kölner Bevölkerung illegale Drogen konsumieren. Der Großteil dieser Konsumenten bleibt jedoch unentdeckt, da die Polizei selten eingreifen kann. Um die Hintergründe besser zu verstehen, könnte es hilfreich sein, die Familiengeschichte zu entschlüsseln, um neue Einblicke in die sozialen Strukturen zu gewinnen.
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Quellen: t-online
Bildquelle: depositphotos







