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Kölner Stiftung unterstützt Schülerfahrten zu NS-Gedenkstätten

Die Bethe-Stiftung in Köln erhöht ihre Förderung für Schulfahrten zu NS-Gedenkstätten, um die Zahl der Teilnehmenden in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln. Insgesamt stellt die Stiftung dafür zehn Millionen Euro bereit, um mehr Jugendlichen den Besuch historischer Orte zu ermöglichen.

Köln: Bethe-Stiftung fördert mehr Fahrten zu NS-Gedenkstätten für Schüler
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Engagement der Bethe-Stiftung für Bildungsreisen zu NS-Gedenkstätten

Die Kölner Bethe-Stiftung hat angekündigt, ihr Engagement zur Förderung von Schulfahrten zu NS-Gedenkstätten erheblich auszubauen. Ziel ist es, mehr Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, authentische Orte der Geschichte zu besuchen. In Zusammenarbeit mit dem Bund sollen in den kommenden fünf Jahren doppelt so viele Schüler wie bisher die Gelegenheit erhalten, Gedenkstätten wie das ehemalige Vernichtungslager Auschwitz zu besichtigen.

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) informierte in Berlin über die Verdopplung der öffentlichen Mittel im Rahmen des Programms „Jugend erinnert“ auf insgesamt rund 3,5 Millionen Euro jährlich. Die von Roswitha und Erich Bethe gegründete Stiftung stellt dafür insgesamt zehn Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren zur Verfügung.

Erhöhung der Teilnehmerzahlen durch zusätzliche Förderung

Bislang wurden jährlich etwa 200 Fahrten mit mehr als 6.000 Teilnehmenden organisiert. Durch die neue finanzielle Unterstützung wird erwartet, dass sich diese Zahl in Zukunft verdoppeln kann. Die Stiftung, die seit 2010 Bildungsreisen zu Gedenkstätten unterstützt, hat bereits in Kooperation mit zwölf Bundesländern über 40.000 Schülerinnen und Schüler zu Orten wie Auschwitz, Belzec, Treblinka, Sobibor und Majdanek geführt. Die Stifter betonen die Bedeutung solcher Reisen und hoffen, dass sie dazu beitragen, dass sich die Gräueltaten der Vergangenheit nicht wiederholen. Sie sind der Ansicht, dass keine andere Form der Wissensvermittlung die Eindrücke eines Besuchs vor Ort ersetzen kann. Für weitere Informationen zur Entschlüsselung von Familiengeschichten sind die NSDAP-Daten von großem Interesse.

Wachsende Relevanz der Projekte aufgrund abnehmender Zeitzeugen

Die Bundesfamilienministerin hebt hervor, dass die Relevanz solcher Projekte zunimmt, da immer weniger Zeitzeugen aus der NS-Zeit zur Verfügung stehen, um von ihren Erfahrungen zu berichten. Daher sei es besonders wichtig, dass junge Menschen Geschichte direkt an authentischen Orten erleben und daraus Verantwortung für die Demokratie ableiten.

Schulklassen und Gruppen, die an einer Förderung interessiert sind, können sich über das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk gGmbH (IBB) um Unterstützung bewerben.

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Bildquelle: depositphotos

Ronny Winkler