Der Stationsbericht 2025 zeigt, dass Köln die meisten Problembahnhöfe im Rheinland hat, mit fünf Stationen in der schlechtesten Kategorie. Die Gesamtbewertung der Bahnhöfe ist im Vergleich zum Vorjahr stark gesunken, während die Vandalismusfälle zugenommen haben.
Kölns Bahnhöfe 2025: Stationsbericht offenbart zahlreiche Mängel

Der aktuelle Stationsbericht 2025 für das Rheinland zeigt eine besorgniserregende Situation für die Bahnhöfe in Köln. Fünf Stationen der Stadt wurden in die niedrigste Bewertungsstufe eingestuft, was die Stadt zur am stärksten betroffenen im gesamten Verbundgebiet macht.
Der Bahnhof Köln-Ehrenfeld, der täglich von etwa 12.400 Fahrgästen frequentiert wird, ist stark verschmutzt und weist zahlreiche Vandalismusschäden auf. Trotz Versuchen, die Umgebung durch künstlerische Graffiti zu verschönern, bleibt die Atmosphäre trist. Ehrenfeld gehört zu den vier am schlechtesten bewerteten Bahnhöfen im Rheinland, was auf ein größeres Problem in Köln hinweist.
Zusätzlich zu Ehrenfeld sind auch die Bahnhöfe Chorweiler, Longerich, Frankfurter Straße und Airport/Businesspark in der schlechtesten Kategorie gelistet. Der Bericht bewertet insgesamt 195 Bahnhöfe im Rheinland und wird in diesem Jahr zum 13. Mal veröffentlicht, wobei die Ergebnisse die bisher schwächsten sind.
Negative Entwicklung der Bewertungen
Im Vergleich zum Vorjahr ist ein deutlicher Rückgang der positiven Bewertungen zu verzeichnen. Während 2024 noch 22 Bahnhöfe mit „sehr gut“ bewertet wurden, sind es in diesem Jahr nur noch zehn. Die Anzahl der als inakzeptabel eingestuften Bahnhöfe ist von neun auf 16 gestiegen, was einem Anstieg von vier auf acht Prozent entspricht. Insgesamt erhielten 45 Prozent der bewerteten Stationen eine der beiden schlechtesten Noten. Sechs Bahnhöfe in der Eifel konnten aufgrund von Flutschäden nicht in die Bewertung einfließen.
Hohe Kosten für Reinigung und Sicherheit
Die Deutsche Bahn hat zusammen mit go.Rheinland und dem Land Nordrhein-Westfalen rund 22 Millionen Euro in die Reinigung der Bahnhöfe investiert. Die Beseitigung von Graffiti und Vandalismusschäden hat zusätzliche Kosten im einstelligen Millionenbereich verursacht. Insgesamt wurden Schmierereien auf einer Fläche von 18.000 Quadratmetern entfernt, was der Größe von drei Fußballfeldern entspricht. Zudem wurde der Einsatz von Sicherheitspersonal um 60 Prozent erhöht.
Koordinationsprobleme zwischen den Akteuren
Trotz dieser Maßnahmen bleibt die Situation unbefriedigend. Ein Sprecher der Bahn äußerte, dass viele Bemühungen durch die steigende Zahl von Vandalismusfällen untergraben werden. Auch neu installierte Ticketautomaten, von denen 330 im vergangenen Jahr aufgestellt wurden, sind nicht vor Beschädigungen gefeit. Die Bewertungen für Aufzüge und Zugangsbereiche haben sich im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls verschlechtert.
Geplante Maßnahmen zur Verbesserung
Norbert Reinkober, Geschäftsführer von go.Rheinland, kündigte an, dass die Problemstationen gemeinsam mit der DB InfraGo genauer untersucht werden sollen. Dabei sollen Mitarbeiter die Bahnhöfe persönlich besuchen, um gezielte Verbesserungsmaßnahmen zu entwickeln. Die oft unübersichtlichen Zuständigkeiten zwischen Bahnbetreibern, Kommunen und Infrastruktureigentümern erschweren jedoch eine schnelle Lösung. Reinkober betonte die Notwendigkeit, die Verantwortlichkeiten klar zu definieren und alle Beteiligten einzubeziehen.
Appell an die Kommunen
Reinkober richtete einen eindringlichen Appell an die Stadt Köln und andere Kommunen, aktiv gegen die Missstände vorzugehen. Er wies darauf hin, dass trotz der Bemühungen um Instandhaltung oft sofortige Zerstörungen oder Verschmutzungen auftreten. Die Bahn plant zudem ein Sofortprogramm, das mehr Sicherheitspersonal, häufigere Reinigungen und schnellere Reparaturen umfasst. Bis Ende Mai sollen im Rahmen eines Frühjahrsputzes 200 Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen auf Vordermann gebracht werden, bundesweit sind es 1.400.
Beispiele für gelungene Bahnhöfe
Ein positives Beispiel für eine gut funktionierende Station ist der ICE-Bahnhof Siegburg/Bonn, der sowohl gut besucht als auch gut bewertet ist. Auch die kleine Station Heinsberg-Porselen, die täglich nur 40 Fahrgäste hat, wird als vorbildlich gepflegt angesehen. Für die Bahnhöfe in Köln sind solche Standards derzeit jedoch noch unerreichbar.
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