Konrad Beikircher, ein prägender Kabarettist des Rheinlands, ist im Alter von 80 Jahren verstorben. Bekannt für seine humorvollen Programme über Sprache und Gesellschaft, war er fast 50 Jahre auf der Bühne aktiv und kündigte erst kürzlich seine letzte Tour an.
Konrad Beikircher: Verstorbener Kabarettist hinterlässt unvergessliche Spuren

Mit 80 Jahren ist Konrad Beikircher verstorben, wie sein Management bestätigte. Der Kabarettist war über Jahrzehnte eine feste Größe auf den Bühnen im Rheinland und begeisterte sein Publikum mit Programmen über Sprache, Musik und das Leben. Die Familie hat sich bisher nicht zu weiteren Einzelheiten geäußert.
Leben und Werdegang
Ursprünglich stammt Beikircher aus Italien, wo er 1945 in Bruneck das Licht der Welt erblickte und in einer bürgerlichen Familie aufwuchs. 1965 zog er nach Bonn, um Psychologie zu studieren. Seinen Traum, als Profi-Geiger Karriere zu machen, gab er nach einem enttäuschenden Vorspiel bei einem renommierten Geiger auf. Nach dem Abschluss seines Studiums trat er in den Staatsdienst ein und arbeitete 15 Jahre lang als Gefängnispsychologe in der Justizvollzugsanstalt Siegburg, wo er sich um jugendliche Sexualstraftäter kümmerte.
Künstlerische Laufbahn
Beikircher trat fast 50 Jahre lang auf der Bühne auf. Neben seiner Tätigkeit als Psychologe trat er mit Wiener Chansons in Bonner Kneipen auf. 1984 wurde der WDR auf sein Talent aufmerksam und gab ihm eine eigene Radio-Kolumne mit dem Titel „Sarens, Frau Walterscheidt“, in der er der Figur der Bäckerin Roleber ein Denkmal setzte. Dieser Erfolg bewog ihn, seinen Beamtenjob aufzugeben und sich ganz dem Kabarett zu widmen.
Ein Leben für die Bühne
Die rheinische Sprache wurde zu einem zentralen Thema in Beikirchers Arbeiten. Er wurde als erster Kabarettist bekannt, der die Rheinländer lobte und ihnen sagte, dass ihre Sprechweise „toll“ sei. Rückblickend bemerkte er: „Mir haben sie es geglaubt, weil ich nicht von hier bin.“ Neben dem Kabarett widmete er sich auch der Musik, sang italienische Chansons und schrieb Opernführer. In späteren Jahren richtete er seinen Blick zunehmend auf gesellschaftspolitische Themen.
Abschied von der Bühne
Beikircher kündigte an, im Jahr 2025 mit seinem Programm „Arrivederci“ von der Bühne abzutreten. Auf seiner Webseite erklärte er: „Gut, einmal noch in die Runde gucken, was es denn alles gegeben hat in diesen 60 Jahren, die ich hier im Rheinland bin, davon 47 auf der Bühne. Dat kölsche Grundgesetz noch einmal mit Leben füllen, zu Ihrer letzten Belustigung.“
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Quellen: t-online, gmx
Bildquelle: Raimond Spekking via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)








