Im Zentrum der Schießübungen stand der koordinierte Beschuss der ausgemusterten Fregatte HS Bouboulina, die schließlich versenkt wurde.
Kretisches Meer: Israel und Griechenland versenken Zielschiff bei kombiniertem Manöver

Frühere Seeschlachten wurden vor allem über direkte Artillerieduelle auf Sichtweite geführt, während in der heutigen Seekriegsführung die koordinierte Zerstörungskraft vernetzter Fernlenkwaffen und verdeckter Angriffe über den Erfolg entscheidet. Wie stark sich dieser operative Wandel auf maritime Einsatzkonzepte auswirkt, demonstrierten die Streitkräfte Griechenlands und Israels am 21. Oktober bei einer gemeinsamen Gefechtsübung im nördlichen Kretischen Meer.
Scharfer Waffeneinsatz gegen ausgemusterte Fregatte
Im Zentrum der Schießübungen stand der koordinierte Beschuss der ausgemusterten Fregatte HS Bouboulina, die schließlich versenkt wurde. Zum Einsatz kamen moderne israelische Flugkörpersysteme:
- Spike NLOS: Dieses „Non-Line-of-Sight“-System bekämpft Ziele ohne direkte Sichtlinie auf Distanzen von bis zu 32 Kilometern und nutzt Kameras sowie Infrarotsensoren zur Zielführung. Der Abschuss erfolgte von einem Patrouillenboot der Machitis-Klasse.
- Spike ER2: Die Lenkwaffe wurde von einem Spezialboot des Typs MARK V gestartet.
Zusätzlich setzten zwei israelische Marineschiffe Lenkwaffen ein. Neben griechischen Fregatten, schnellen Angriffs- und Überwachungsschiffen sowie Marinehubschraubern nahmen auch Kampfjets der griechischen Luftwaffe an dem Verbundmanöver teil. Den Schlusspunkt setzte ein griechisches U-Boot der Papanikolis-Klasse: Ein abgefeuerter schwerer SUT-Torpedo traf das bereits beschädigte Zielschiff und ließ es absinken.
Strategische Konsequenzen und Ausbau der Partnerschaft
Die Manöverleitung betonte, dass der Einsatz ein hohes Maß an Interoperabilität zwischen den beiden Flotten unter Beweis gestellt habe. Parallel zu den Schießübungen kamen führende Militärs an Bord der griechischen Fregatte Psara zusammen. Der griechische Marinechef Vizeadmiral Dimitrios-Eleftherios Kataras, sein israelischer Amtskollege Eyal Harel und der griechische Generalstabschef Dimitrios Choupis erörterten sicherheitspolitische Kernfragen.
Im Mittelpunkt der Beratungen stand der dauerhafte Schutz der freien Schifffahrtsrouten im östlichen Mittelmeer. Beide Staaten bekräftigten nach den Gesprächen ihre Absicht, die bilaterale Verteidigungskooperation weiter zu vertiefen und künftig verstärkt gemeinsam in zukunftsweisende Technologien zu investieren.
Quellen: Focus
Bildquelle: hellenicnavy.gr
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