Marburg, nur zwei Autostunden von Köln entfernt, bietet eine gut erhaltene Altstadt mit Fachwerkhäusern, steilen Treppen und dem Landgrafenschloss, das über der Stadt thront. Die Stadt ist bekannt für ihre historische Architektur und bedeutenden Kirchen.
Marburg: Ein historisches Ziel für Kölner Sommerausflüge

Ein Ausflug in die mittelalterliche Geschichte Hessens liegt für Rheinländer fast vor der Haustür: Nur rund 120 Minuten Fahrtzeit trennen Köln von der Universitätsstadt Marburg an der Lahn. Wer die historische Kulisse der hessischen Metropole betritt, findet sich in einer der besterhaltenen Stadtanlagen des Bundeslandes wieder. Besonders die sogenannte Oberstadt zieht Besucher mit ihrem Labyrinth aus schmalen Pfaden, steilen Treppenaufgängen und einem beeindruckenden Ensemble aus Fachwerkhäusern in ihren Bann.
Das markante Gesicht der Altstadt ist geprägt von ihrer extremen Hanglage. Vom Ufer der Lahn bis hinauf zum Schlossberg erstreckt sich ein Geflecht aus Gassen wie der Barfüßerstraße oder der Wettergasse. Rund 700 historische Gebäude, entstanden in der Zeitspanne zwischen dem 14. Jahrhundert und dem Jahr 1866, bilden den Kern des denkmalgeschützten Zentrums. Viele dieser Bauten mit ihren charakteristisch überkragenden Stockwerken wurden in den vergangenen Jahrzehnten aufwendig saniert. Das pulsierende Herz der Altstadt ist der Marktplatz, über dem das im Jahr 1527 fertiggestellte spätgotische Rathaus wacht.
Weithin sichtbar thront das Landgrafenschloss über der Szenerie. Die Wurzeln dieser strategisch günstig gelegenen Festung reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich die Nutzung der Anlage grundlegend – sie diente als Archiv, Staatsgefängnis und Residenz. Nach der Teilung des hessischen Territoriums im Jahr 1567 gelangte die Anlage in den Besitz von Hessen-Kassel. Heute ist dort das Museum für Kulturgeschichte untergebracht, das Besuchern von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr offensteht (Eintritt: 8 Euro). Von den historischen Mauern aus genießen Gäste einen Panoramablick über das Lahntal und das Häusermeer der Stadt.
Ein architektonisches Juwel der Frühgotik erwartet Reisende am Fuße der Altstadt: die Elisabethkirche. Erbaut zwischen 1235 und 1283 über der Ruhestätte der heiligen Elisabeth von Thüringen, gilt sie als eine der ersten rein gotischen Sakralbauten auf deutschem Boden. Mit ihren markanten, 80 Meter hohen Doppeltürmen war sie im Mittelalter einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte des Kontinents. Doch Marburg bietet mehr als Kirchen und Burgen: Die Wissenschaftsgeschichte lässt sich bei einem Rundgang zum Mausoleum von Emil von Behring, der ehemaligen Serumabfüllanlage oder dem „Michelchen“ entdecken.
Das geistige Leben der Stadt wird seit Jahrhunderten durch die Philipps-Universität geprägt. Landgraf Philipp der Großmütige gründete sie 1527 als weltweit erste protestantische Hochschule. Berühmte Persönlichkeiten wie die Brüder Grimm studierten einst in den historischen Mauern. Heute sorgen die Studierenden für eine lebendige Atmosphäre in den zahlreichen Cafés und Buchhandlungen. Wer aus Köln anreist, nutzt am besten die Autobahnen A4 und A45 (Sauerlandlinie) bis zu den Ausfahrten Marburg-Süd oder -Nord. Alternativ führt der Weg mit dem ICE über Frankfurt oder Gießen und weiter mit der Regionalbahn direkt ins Zentrum der Lahnstadt.
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Quellen: t-online
Bildquelle: KI generiert








