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Massenproteste im Iran: Neue Opfer-Zahlen offenbaren dramatisches Ausmaß

Die Proteste im Iran fordern immer mehr Menschenleben. Aktuelle Berichte sprechen von über 5.100 Toten, während Regimeangaben weit darunter liegen. Aktivisten warnen vor Manipulation und verdeckter Gewalt durch Sicherheitskräfte.

Massenproteste im Iran: Neue Opfer-Zahlen offenbaren dramatisches Ausmaß

Erhöhte Todesopferzahlen bei Protesten im Iran

Bei den massiven Protesten im Iran könnte die Zahl der Todesopfer erheblich höher sein als bisher bekannt. Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA, das seinen Sitz in den USA hat, berichtet von 5.137 bestätigten Todesfällen. Darüber hinaus werden 12.904 weitere Fälle untersucht. Zudem sollen mindestens 7.402 Personen schwer verletzt worden sein.

Aktivisten betonen, dass die Erfassung und Überprüfung der Todesopferzahlen zeitaufwendig ist. Seit drei Wochen gibt es im Iran Internetabschaltungen und -störungen, was die genaue Einschätzung des Gewaltpotentials erschwert.

Offizielle Zahlen und Propaganda des Regimes

Nach offiziellen Angaben des iranischen Regimes sind bei den Unruhen 3.117 Menschen ums Leben gekommen. Der iranische Botschafter in Genf behauptete, dass mehr als 2.400 Personen bei „terroristischen Aktivitäten“ gestorben seien. Die iranische Regierung macht die Erzfeinde Israel und die USA für die hohe Zahl der Toten verantwortlich.

Unabhängige Beweise für diese Behauptungen wurden von den iranischen Behörden nicht vorgelegt. Zahlreiche Augenzeugenberichte legen nahe, dass die offizielle Darstellung eine Propaganda des Regimes ist, um das brutale Vorgehen der regimetreuen Sicherheitskräfte zu verschleiern.

Gewalt gegen Protestierende

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat Beweise gesammelt, die darauf hindeuten, dass viele Demonstranten durch Schussverletzungen am Kopf und Oberkörper getötet oder verletzt wurden. Die Sicherheitskräfte des Regimes setzten Schusswaffen gegen Protestierende sowie unbeteiligte Passanten ein.

Ursprung und Entwicklung der Proteste

Die Proteste im Iran begannen Ende Dezember und wurden durch die schwere Wirtschaftskrise im Land ausgelöst. Zunächst gingen Händler auf die Straßen, doch am 8. und 9. Januar kam es in den großen Städten zu massiven Protesten, die brutal niedergeschlagen wurden. Diese Proteste folgten einem Aufruf von Reza Pahlavi, dem Sohn des 1979 gestürzten Schahs.

Pahlavi hat den Wunsch geäußert, die Zukunft des Iran mitzugestalten, weist jedoch einen konkreten Machtanspruch zurück. In einem Interview in den ARD-„Tagesthemen“ erklärte er: „Ich kandidiere nicht für ein Amt. Ich verlange nichts im Gegenzug. Aber ich weiß, wie entscheidend meine Rolle sein könnte, hier der Agent des Wandels zu sein.“ Er betonte, dass er dem Volk dienen wolle und dass dies sein Versprechen an seine Landsleute sei, was zu ihrem Vertrauen in ihn geführt habe.

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Bildquelle: Sima Ghaffarzadeh auf Pexels

Ronny Winkler