WDR-Moderator Micky Beisenherz äußert Bedauern über den Verlauf des „Kölner Treff“, in dem Collien Fernandes über Identitätsdiebstahl und gefälschte Inhalte sprach. Er reflektiert selbstkritisch über seine Rolle während der Sendung.
Micky Beisenherz reflektiert über den Auftritt von Collien Fernandes im WDR

Der Auftritt von Collien Fernandes in der Sendung „Kölner Treff“ wird nun aus einer anderen Perspektive betrachtet. WDR-Moderator Micky Beisenherz äußert sich selbstkritisch zu dem Abend.
Ein Moment sorgte für eine spürbare Stille im Publikum: Collien Fernandes sprach in der letzten Woche im WDR-Talkformat über Fake-Profile, gefälschte Nacktvideos und angebliche Sexaufnahmen, die in ihrem Namen verbreitet wurden. Diese Thematik beschäftigt Beisenherz, der ebenfalls anwesend war, nach der nun aufkommenden Berichterstattung.
In der Sendung hatte Fernandes bereits angedeutet, dass die Person hinter dem Identitätsdiebstahl ihr „bekannt und nahestehend“ sei, nannte jedoch keinen Namen. Auf die direkte Nachfrage von Mitgast Rebecca Mir, ob sie wisse, wer dahinterstecke, zögerte sie zunächst, nickte dann jedoch. Auf die Frage, ob sie rechtliche Schritte eingeleitet habe, antwortete sie, dass es sich um ein „schwieriges Thema“ handle. Am Donnerstag wurde schließlich bekannt, dass sie ihren Ex-Mann Christian Ulmen verdächtigt.
Beisenherz äußerte in seinem Podcast „Apokalypse und Filterkaffee“ am Freitag, dass er auf den Abend zurückblickt und sich selbst hinterfragt. Er räumt ein, dass er sich von der Redaktion „völlig zu Recht vorwerfen lassen“ musste, sich zu lange mit dem Thema „Traumschiff“ beschäftigt zu haben, wodurch das Thema Deepfake, das ein Grund für Fernandes‘ Einladung war, zu kurz kam.
Er gab zu, dass er an diesem Abend noch glaubte, es könnte sich um „einen engen Freund, einen Kollegen oder so“ handeln, und dass ihm die wahre Dimension des Geschehens nicht bewusst war. Beisenherz wünscht „allen Beteiligten irgendeine Form von Heilung, sofern das möglich ist“.
In der Podcast-Folge äußerte er zudem, dass es ihm „wirklich extrem leid“ tue, was Fernandes widerfahren sei. Er sprach von „Vertrauensmissbrauch“, „Machtausübung“ und „Selbstaufwertung durch die Degradierung anderer“. Beisenherz betont, dass solche Taten kein Einzelfall seien, sondern ein strukturelles Problem darstellen, bei dem häufig Männer Frauen degradieren.
In Bezug auf Christian Ulmen bestätigte das zuständige Bezirksgericht in Palma de Mallorca Vorermittlungen zu den Vorwürfen der Schauspielerin. Ulmen genießt die Unschuldsvermutung. Eine Stellungnahme des Schauspielers steht noch aus, stattdessen erhielt die Presse zwei verschiedene Anwaltsschreiben, eines davon von einem prominenten Rechtsanwalt, der die Berichterstattung als „rechtswidrig“ bezeichnete.
Bildquelle: Von © Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=156141523








