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Missbrauchsfälle in SOS-Kinderdörfern

„Kindern ein sicheres Zuhause zu geben – das ist unsere Aufgabe“ so lautet das Motto der SOS-Kinderdörfer. Doch statt Schutz mussten Kinder körperliche und sexuelle Gewalt ertragen.

Foto: Canva : NF24 Redaktion

„Kindern ein sicheres Zuhause zu geben – das ist unsere Aufgabe“ so lautet das Motto der SOS-Kinderdörfer. Doch statt Schutz mussten Kinder körperliche und sexuelle Gewalt ertragen.

Kinder sollen eigentlich in den SOS-Kinderdörfern Schutz und Geborgenheit finden. Doch das scheint nicht in allen Einrichtungen weltweit immer so zu sein. Jetzt wurden Missbrauchsfälle in mehreren Ländern bekannt.

Von SOS-Kinderdorf betreute Kinder und Jugendliche sind der nichtstaatlichen, politisch und konfessionell unabhängigen Organisation zufolge in zwanzig Ländern Opfer von Gewalt und sexuellem Missbrauch geworden. Es gebe 22 untersuchte Fälle in 50 Einrichtungen zwischen den 1990er Jahren und der jüngsten Vergangenheit, teilte der SOS-Kinderdorf-Sprecher Boris Breyer in München mit.

Laut der österreichischen Teilorganisation von SOS-Kinderdorf sind Betreuungseinrichtungen in Afrika und Asien betroffen. Die Zahl der Opfer soll eher gering sein, hieß es.

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Missbrauch und Korruption

Die internationale Dachorganisation der SOS-Kinderdörfer verschwieg in einer Stellungnahme die genau Zahl der Opfer, der betroffenen Länder. Sie berichtete nicht nur von Missbrauch, sondern auch von Korruption, zweckentfremdeten Geldern und anderen Regelverstößen. „Im Namen des Verbandes entschuldige ich mich bei den Kindern und Jugendlichen, denen Schaden zugefügt wurde“, sagte Ingrid Maria Johansen, die Vorsitzende des Dachverbands SOS Children’s Villages International.

Eine unabhängige Kommission soll untersuchen, wie es zu den Vorfällen kommen konnte. Zudem werde ein Unterstützungsfonds für die Opfer eingerichtet. Bereits Ende April wurde dem Führungsgremium der Organisation ein vorläufiger Bericht präsentiert. „Der vorliegende Untersuchungsreport legt nahe, dass Berichte über Missbrauch nicht ausreichend ernst genommen wurden, Kindern und Zeugen nicht geglaubt wurde und Täter nicht zur Rechenschaft gezogen wurden“, erläuterte Breyer. Der Sprecher schloss personelle Konsequenzen nicht aus und kündigte noch stärkere Kontrollen an.

SOS-Kinderdorf hilft vor allem Kindern, deren Eltern wegen Armut oder familiärer Gewalt nicht für die Sprösslinge sorgen können. In 137 Ländern beherbergt die Organisation 65.000 Kinder und unterstützt weitere 347.000 Menschen mit sozialen Programmen. Laut dem jüngsten Jahresbericht beliefen sich die Einnahmen aus Spenden und staatlichen Hilfsgeldern im Jahr 2019 auf 1,4 Milliarden Euro, berichtet „T-Online“.

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nf24