Geopolitische Spannungen im Nahen Osten belasten die US-Börsen und treiben die Ölpreise auf den höchsten Stand seit Sommer 2025. Während die Wall Street mit Verlusten rechnet, zeigen aktuelle Arbeitsmarktdaten eine unerwartete Stärke.
MÄRKTE USA/Nahostspannungen belasten Börsen und treiben Ölpreise

Geopolitische Spannungen im Nahen Osten sowie das Abflauen der Erholung im Technologiesektor könnten der Wall Street am Donnerstag zunächst Verluste bescheren. Der Aktienterminmarkt deutet auf einen schwächeren Handelsstart am Kassamarkt hin. Die USA verlegen gegenwärtig eine bedeutende Luftstreitmacht in die Region, was die stärkste Truppenansammlung seit der Irak-Invasion 2003 darstellt. Die US-Regierung zeigt sich bereit, gegen den Iran vorzugehen, während Präsident Donald Trump noch keine Entscheidung über mögliche Angriffe getroffen hat. Der Truppenaufmarsch erhöht den Druck auf den Iran in den laufenden Atom- und Abrüstungsgesprächen.
In Anbetracht dieser Entwicklungen ziehen die Ölpreise an. Der Preis für Rohöl erreicht den höchsten Stand seit Sommer 2025. Der Truppenaufmarsch im Nahen Osten führt zu einem Anstieg der Ölpreise um etwa 1,9 Prozent. Die im Tagesverlauf erwarteten US-Rohöllagerbestandsdaten könnten zusätzliche Impulse liefern. In Europa steigt der TTF-Gaspreis aufgrund wichtiger Lieferungen aus Katar um über 7 Prozent. Marktstratege Dennis Follmer von Montis Financial äußert, dass der Schutz des Ölflusses durch die Straße von Hormus für das Weiße Haus von hoher Priorität sei, was auf eine diplomatische Lösung hindeutet. Bei Gold gibt es unterdessen kaum Bewegung.
Renditen und Währungen
Am Anleihemarkt steigen die Renditen nach dem eher falkenhaften Protokoll der Federal Reserve vom Vortag weiter an – im Zehnjahresbereich um 2 Basispunkte auf 4,10 Prozent. Die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten fielen besser aus als erwartet, und der vielbeachtete Philadelphia Fed Index verzeichnete im Februar einen starken Anstieg, während Volkswirte mit einem Rückgang gerechnet hatten. Diese Daten unterstützen die Sichtweise der Fed, die kaum Argumente für Zinssenkungen sieht. Analyst Konstantinos Chrysikos von Kudotrade bemerkt, dass die Stärke der Renditen eine Neubewertung der geldpolitischen Erwartungen widerspiegelt.
Steigende Marktzinsen führen zu einem Anstieg des Dollar, der Dollar-Index gewinnt 0,2 Prozent. MUFG-Analyst Derek Halpenny warnt jedoch, dass die Aufschläge des Greenbacks langfristig nicht von Dauer sein dürften, solange Donald Trump Präsident der USA ist.
Aktien im Fokus
Unter den Einzelaktien stehen die beiden Einzelhandelsgiganten Ebay und Walmart im Mittelpunkt. Ebay meldete im vierten Quartal einen höheren Umsatz und gab eine Vereinbarung zur Übernahme von Depop im Wert von 1,2 Milliarden US-Dollar bekannt. Bereinigt erzielte das Auktionshaus bessere Ergebnisse als erwartet, was auch den Ausblick positiv beeinflusste. Der Kurs steigt vorbörslich um 7,7 Prozent. Die Aktien von Etsy, der Verkäuferin von Depop, steigen um über 20 Prozent.
Walmart hingegen kann mit einem Rückgang von 3,3 Prozent nicht mithalten, obwohl das Unternehmen im jüngsten Quartal ein starkes Umsatzwachstum verzeichnete. Der Konzern äußerte sich jedoch vorsichtig zum Ausblick, da Verbraucher weiterhin vorsichtig mit ihren Ausgaben umgehen. Die Prognose verfehlte die Marktschätzungen.
Carvana verzeichnet einen Rückgang von 9 Prozent, nachdem der Gebrauchtwagenhändler trotz eines deutlichen Erlöszuwachses mit dem Betriebsergebnis enttäuschte. Der Autovermieter Avis Budget muss Abschreibungen auf seine E-Autoflotte vornehmen und schreibt bei sinkenden Umsätzen rote Zahlen, was zu einem Rückgang der Aktie um über 14 Prozent führt. Diese Probleme im Kfz-Bereich hat der Landmaschinenhersteller Deere nicht, dessen Kurs nach überzeugenden Geschäftszahlen um über 6 Prozent steigt.
Figma verzeichnet nach starken Quartalszahlen einen Anstieg um 11,3 Prozent. Der Lieferdienst DoorDash meldete durchwachsene Geschäftszahlen, jedoch wuchs der wichtige Bruttobestellwert um 39 Prozent, was zu einem Kursanstieg von 13,6 Prozent führte. Die Online-Reiseagentur Booking profitierte im vierten Quartal von einem Anstieg bei den gebuchten Übernachtungen und Buchungen insgesamt und verzeichnete einen Kursanstieg von 0,2 Prozent.
Devisen und Rohstoffe
DEVISEN
EUR/USD: 1,1760 (-0,2%)
EUR/JPY: 182,23 (-0,1%)
EUR/CHF: 0,9117 (+0,1%)
EUR/GBP: 0,8733 (+0,0%)
USD/JPY: 154,96 (+0,1%)
GBP/USD: 1,3465 (-0,2%)
USD/CNY: 6,9379 (+0,1%)
USD/CNH: 6,9023 (+0,2%)
AUS/USD: 0,7048 (+0,0%)
Bitcoin/USD: 66.238,55 (-0,2%)
ROHÖL
WTI/Nymex: 66,27 (+1,9%)
Brent/ICE: 71,53 (+1,7%)
METALLE
Gold: 4.992,40 (+0,3%)
Silber: 78,21 (+1,2%)
Platin: 1.757,01 (-0,5%)
Kupfer: 5,69 (-1,9%)
- Auswirkungen der US-Zölle: Dauerhafte Belastungen für deutsche Unternehmen
- EUREX/Bund-Future im Frühhandel etwas niedriger
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Bildquelle: Igor Omilaev auf Unsplash








