Der mutmaßliche Attentäter, der im April einen Angriff in einem ICE versuchte, war bereits als Prüffall bekannt, erhielt jedoch keine Gefährdereinstufung, da keine belastbaren Hinweise vorlagen. Dies geht aus einem internen Papier des Innenministeriums hervor.
Mutmaßlicher Angreifer im ICE bei Köln war bereits bekannt

Ein mutmaßlicher Angreifer, der Anfang April in einem ICE einen Anschlag verüben wollte, war bereits als Risikoperson identifiziert. Dies wurde durch ein noch nicht veröffentlichtes Dokument des Innenministeriums bekannt, das auf eine Anfrage im Landtag zurückgeht.
Der Verdächtige wurde nach einem versuchten Angriff mit Granaten auf einen ICE in Nordrhein-Westfalen festgenommen. Trotz seiner vorherigen Bekanntheit als Prüffall wurde er nicht als Gefährder eingestuft. Innenminister Herbert Reul erklärte, dass im Rahmen des landeseigenen Programms „PeRiskoP“, das potenzielle Amokläufer identifizieren soll, keine belastbaren Hinweise auf eine Gefährdung festgestellt wurden.
Erneute Überprüfung und Hintergrund
Die Polizei in Nordrhein-Westfalen nahm das Verfahren erneut auf, nachdem im Vorjahr ein weiterer Verdachtsfall aufgetreten war. Bis zum Vorfall am 2. April lag jedoch kein abgeschlossenes Ergebnis vor. Laut dem Ministeriumspapier war der Verdächtige auch im Bereich der politisch motivierten Kriminalität-Rechts als Prüffall registriert, ohne dass sich belastbare Hinweise ergaben.
Vor dem Angriff hatte der Verdächtige ein selbst verfasstes Manifest an verschiedene Empfänger gesendet. Anschließend warf er zwei Softair-Granaten in einen Wagen des ICE, wodurch zehn bis elf Personen oberflächlich verletzt wurden.
Details zum Vorfall und zur Motivation
Der Verdächtige hatte zudem ein Messer bei sich, das er nach dem Einsatz der Granaten gegen Fahrgäste einsetzen wollte. Dies konnte jedoch durch das Eingreifen eines Fahrgastes und eines Bahn-Mitarbeiters verhindert werden, die ihn in einer Toilette einsperrten. Der Zug stoppte in Siegburg, wo die Polizei den Mann festnahm. Reul bedankte sich in einem Schreiben bei den beiden Helfern.
Der Tatverdächtige war in Aachen in den Zug eingestiegen und zündete die Sprengsätze nach einem Halt in Köln-Deutz. Vor dem Vorfall war er bereits wegen mehrerer Delikte polizeibekannt, darunter Diebstahl, Bedrohung und Betrug.
Unklare politische Motivation
Nach dem Vorfall wurde der Verdächtige grundsätzlich als Risikoperson eingestuft, jedoch bleibt unklar, ob seine Handlungen politisch motiviert waren. Bei den Ermittlungen wurden sowohl rechtsextreme Literatur als auch religiöse Schriften und Internet-Manifeste gefunden. Der Verdächtige befindet sich derzeit in Untersuchungshaft.
Quellen: t-online, WDR, stern
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