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Neue Seuche in Europa! Hochansteckendes „Q-Fieber“ alarmiert Behörden

Kaum erholt sich Spanien ein bisschen von der Corona-Pandemie, sucht bereits eine weitere Seuche, das Q-Fieber, das Land heim. Immer mehr Menschen müssen in den oft schon überlasteten Krankenhäusern behandelt werden.

Foto: Depositphotos/Unsplash

Kaum erholt sich Spanien ein bisschen von der Corona-Pandemie, sucht bereits eine weitere Seuche, das Q-Fieber, das Land heim. Immer mehr Menschen müssen in den oft schon überlasteten Krankenhäusern behandelt werden.

Die Behörden reagieren alarmiert. „Das spanische Gesundheitsministerium geht davon aus, dass sich die 29 Betroffenen bei einem Besuch in den Baltzola-Höhlen, in der biskayischen Gemeinde Dima mit der Seuche infiziert haben“, berichtet der Express.

Die Höhlen, die von Kletterern häufig genutzt werden, wurden inzwischen geschlossen, um zu verhindern, dass sich noch mehr Menschen infizieren. Von denen, die im Verdacht stehen, infiziert zu sein, wurden 10 inzwischen ins Krankenhaus eingeliefert.

Die ersten Symptome wurden Mitte April gemeldet, und seitdem hat das Gesundheitsministerium begonnen, die Höhlen zu reinigen und zu desinfizieren.

Die akute Infektion beginnt meist mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen und ausgeprägten Stirnkopfschmerzen. Im weiteren Verlauf kann eine interstitielle Pneumonie oder eine Hepatitis auftreten. In etwa 1% aller Infektionen entsteht eine chronische Infektion. Der Erreger kann viele Organe schädigen.

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Das Q-Fieber

Der Begriff Q-Fieber stammt von den Wörtern Query-Fieber oder auch Queensland-Fieber ab und wird auch als Ziegengrippe bezeichnet. Es ist eine Erkrankung, die durch das Bakterium Coxiella burnetii verursacht wird. Sie kommt besonders bei Rindern, Schafen und Ziegen vor, kann aber auch Menschen betreffen. Der Erreger des Q-Fiebers ist ein Bakterium, das sich gerne in Staub oder Heu aufhält. Die Infektion verläuft häufig symptomlos oder aber ähnlich einer Grippe. Sie wird mit Antibiotika behandelt.

Die Krankheit wurde erstmals 1935 in Brisbane, Queensland, Australien unter dem Schlachthauspersonal beobachtet und 1937 von Edward Holbrook Derrick als Erkrankung unbekannter Ursache wissenschaftlich beschrieben, was zu dem Namen Q-Fieber (von englisch query für „Frage“ im Sinne von „fraglich“, „zweifelhaft“) führte.

Der Erreger kommt weltweit vor, außer in Neuseeland und der Antarktis. Dabei wird er in Europa häufiger durch Auslösung einer Leberentzündung und in Nordamerika einer Lungenentzündung auffällig. Das Bakterium ist extrem überlebensfähig und äußerst ansteckend (infektiös): Ein einzelnes Bakterium kann bereits eine Infektion verursachen. Träger der Bakterien sind in Deutschland vor allem Schafe. Die Übertragung auf Menschen erfolgt insbesondere durch Inhalation des zu Staub zerfallenen Kots, der durch erregerhaltige Teile kontaminiert ist. Darüber hinaus ist eine Übertragung durch Kontakt mit kontaminierten Produkten wie Wolle, Milch oder Fleisch möglich.

Zecken, insbesondere die zur Gattung Buntzecken (Dermacentor) gehörende Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus), können den Erreger auch durch biologische Übertragung auf andere Tiere übertragen. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch scheint extrem selten zu sein und ist bisher nur wenige Male beschrieben worden.

Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen, was vermutlich mit der beruflichen Exposition von Personen, die in der Tierzucht, Milchverarbeitung, Schlachtung tätig sind, zusammenhängt.

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Im Jahr 2009 erkrankten in den Niederlanden 2300 Menschen an Q-Fieber, 25 davon starben. Zur Eindämmung der Ausbreitung wurden um die Jahreswende 2010/2011 mehrere zehntausend symptomfreie Ziegen gekeult.

Symptome

In etwa der Hälfte der Fälle verläuft die Infektion unbemerkt oder mit nur milden Symptomen. Das meist grippeähnliche Erscheinungsbild kann mit abrupt einsetzendem Fieber, starker Abgeschlagenheit, starken Kopfschmerzen, Myalgie (Muskelschmerzen), Appetitverlust, trockenem Husten, Brustschmerz, Schüttelfrost, Verwirrtheit und – seltener – Magen-Darm-Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall einhergehen. Das meist leichte Fieber hält etwa 7 bis 14 Tage an.

Im Verlauf der Erkrankung kann eine Lungenentzündung (atypische Pneumonie) auftreten, welche in einem lebensbedrohlichen akuten Atemnot-Syndrom (ARDS) resultieren kann. Etwaige atmungsbedingte Symptome treten gewöhnlich früh auf (4–5 Tage nach Beginn der Erkrankung).

Etwas weniger häufig wird Q-Fieber als eine Leberentzündung (granulomatöse Hepatitis) auffällig durch generelle Abgeschlagenheit, Fieber, Lebervergrößerung, Schmerzen im rechten Oberbauch und Gelbsucht (Ikterus).

Auch eine Hirnhautentzündung kann auftreten. Zudem kommen Reaktivierungen während der Schwangerschaft oder unter Immunsuppression vor.

Die noch etwas seltenere chronische Form des Q-Fiebers ist praktisch identisch mit einer durch das Bakterium verursachten Entzündung der inneren Herzhaut (Endokarditis) und des Herzbeutels (Perikarditis), die unbehandelt meist tödlich verläuft. Die Letalität (Sterblichkeit) sinkt bei angemessener Behandlung auf etwa zehn Prozent.

Behandlung

Die Therapie der akuten Form ist in aller Regel erfolgreich und erfolgt in Absprache mit Infektiologen durch Antibiotika.

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Quellen: RKI, Netdoktor, News.de

nf24