Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

„Neues Gesetz von Pistorius: Arbeitgeber setzen sich gegen Reservistenpflicht zur Wehr“

Bundesverteidigungsminister Pistorius plant eine Reform, die Reservisten künftig zur Teilnahme an Bundeswehrübungen verpflichtet. Arbeitgeber äußern Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die Wirtschaft und fordern eine sorgfältige Abwägung der Interessen.

Pistorius plant neues Gesetz: Arbeitgeber wehren sich gegen Pflicht-Reservedienst
depositphotos

Boris Pistorius, der Bundesverteidigungsminister, hat die Absicht, die Teilnahme an den Reserveübungen der Bundeswehr zur Pflicht zu machen. Diese Initiative findet jedoch nicht nur Zustimmung; Arbeitgeber äußern Bedenken hinsichtlich möglicher negativer Folgen für die Wirtschaft. Sie argumentieren, dass die Sicherheit Deutschlands stark mit der Robustheit des Wirtschaftsstandorts verknüpft ist.

Die Arbeitgeber kritisieren vehement den Entwurf des neuen „Reservestärkungsgesetzes“, welches die verpflichtende Teilnahme von Beschäftigten an den Übungen vorsieht. Rainer Dulger, der Präsident der Arbeitgeberverbände, weist darauf hin, dass das derzeitige Modell der „doppelten Freiwilligkeit“ sich bewährt hat, um die Interessen der Bundeswehr und der Wirtschaft in Einklang zu bringen. Er plädiert dafür, an diesem bewährten Modell festzuhalten.

Momentan ist die Teilnahme an den Reservetrainings an die Zustimmung der ehemaligen Soldaten und die des Arbeitgebers gebunden, um eine Freistellung zu ermöglichen. Der neuste Gesetzentwurf, der letzte Woche vorgestellt wurde, plant, die Reservedienste grundsätzlich verpflichtend zu machen.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) fordert eine gründliche Abwägung der Belange von Bundeswehr und Wirtschaft. Dulger hebt hervor, dass beim Ausbau der Reserve und der verpflichtenden Einberufung von Mitarbeitern ein Gleichgewicht zwischen den personellen Anforderungen der Bundeswehr und den betrieblichen Notwendigkeiten der Unternehmen gefunden werden muss. Zudem stellt er klar, dass die Sicherheit Deutschlands maßgeblich von der Stärke des Wirtschaftsstandorts abhängt.

Zusätzlich verlangen die Arbeitgeber mehr Planbarkeit und rechtssichere Transparenz. Sie möchten konkret wissen, welche Mitarbeiter für Reservedienste in Frage kommen könnten. Die BDA schlägt eine Informationspflicht für Arbeitnehmer vor, um diese Daten bereitzustellen.

Mit dem Gesetzentwurf verfolgt die Regierung das Ziel, die Bundeswehr zu stärken und eine Reserve von 200.000 Personen aufzubauen, die im Ernstfall schnell einsatzbereit sind. Personen, die freiwilligen Wehrdienst geleistet haben, könnten bis zu drei Wochen pro Jahr zum Dienst einberufen werden, während frühere Soldaten, die einen längeren Dienst hinter sich haben, bis zum 65. Lebensjahr zu umfangreicheren Übungen einberufen werden können.

Diese Reform wird als notwendig erachtet, um den aktuellen geopolitischen Herausforderungen gerecht zu werden und die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr zu steigern. Die Regelung zur Verpflichtung von Reservisten in Friedenszeiten erinnert an frühere Vorgaben aus den 1990er Jahren, die nun wieder aufleben sollen.


Quellen: n-tv, klamm

Bildquelle: depositphotos

TS