Die Eskalation im Nahen Osten lässt die Energiemärkte beben: Nach Angriffen der USA und Israels auf Iran schießt der Ölpreis in die Höhe. Experten warnen vor drastischen Folgen für Wirtschaft und Verbraucher.
Ölpreis schießt nach Iran-Eskalation in die Höhe – Experten warnen vor weiterem Anstieg

Brent-Öl legt zweistellig zu
Die militärische Eskalation im Nahen Osten hat die Rohstoffmärkte mit voller Wucht erfasst. Nach dem Angriff der USA und Israels auf Iran stieg der Preis für die Nordseesorte Brent am Sonntag im außerbörslichen Handel zeitweise um rund zehn Prozent auf etwa 80 US-Dollar je Barrel.
Zum Start in den Handel lagen die Zuwächse zunächst sogar im zweistelligen Bereich. Bis 0.30 Uhr gaben die Notierungen einen Teil der Gewinne wieder ab, notierten aber weiterhin rund neun Prozent über dem Schlusskurs vom Freitag. Noch am Freitag hatte Brent mit 73 Dollar ein Jahreshoch erreicht.
Gefahr von 100 Dollar je Barrel
Analysten rechnen bei einer länger anhaltenden militärischen Auseinandersetzung mit weiteren Preissprüngen. Sollte es zu Angriffen auf die Ölinfrastruktur kommen oder zentrale Handelsrouten blockiert bleiben, könnte der Ölpreis auf 100 Dollar oder mehr steigen. Das entspräche einem Plus von rund 37 Prozent im Vergleich zum Stand von Freitag.
Im Fokus der Märkte steht vor allem die Straße von Hormus. Seit Samstag ist der Öl- und Gastransport durch die strategisch wichtige Meerenge praktisch zum Erliegen gekommen. Iran untersagte Schiffen die Durchfahrt durch die Wasserstraße, über die Rohöl aus mehreren Förderländern exportiert wird.
Straße von Hormus als neuralgischer Punkt
Nach Angaben aus Handelskreisen setzten zahlreiche Tankerbesitzer, Ölkonzerne und Handelshäuser ihre Lieferungen aus. Über die Straße von Hormus werden mehr als 20 Prozent des weltweiten Ölangebots transportiert. Eine längerfristige Schließung hätte massive Auswirkungen auf die globale Versorgung.
Selbst bei einer teilweisen Umleitung von Lieferungen über Pipelines würde der Ausfall der Meerenge laut Experten täglich acht bis zehn Millionen Barrel Rohöl vom Markt nehmen.
Opec+ erhöht Förderung nur minimal
Das Ölkartell Opec+ reagierte am Sonntag mit einer geringfügigen Anhebung der Fördermenge um 206.000 Barrel pro Tag ab April. Das entspricht weniger als 0,2 Prozent der weltweiten Nachfrage. Fachleute halten diesen Schritt für kaum geeignet, die Lage zu entspannen.
Jorge Leon, Leiter der geopolitischen Analyse beim Energieberatungsunternehmen Rystad Energy, erklärte, die Märkte würden sich weniger an der moderaten Produktionssteigerung orientieren als an den Entwicklungen im Persischen Golf und dem Status der Schifffahrtswege.
Goldpreis zieht ebenfalls kräftig an
Neben dem Öl verteuerten sich auch klassische Krisenwährungen und Edelmetalle deutlich. Der Goldpreis stieg am Montag in den ersten Handelsminuten kräftig an. Eine Feinunze Gold kostete zeitweise bis zu 5393 US-Dollar und lag damit rund 2,2 Prozent über dem Freitagsschluss. Damit setzte das Edelmetall seine Gewinne der Vorwoche fort und näherte sich dem Rekordhoch von knapp 5600 Dollar, das Ende Januar erreicht worden war.
Auch Silber legte spürbar zu. Anleger suchen in der angespannten geopolitischen Lage verstärkt nach sicheren Häfen, während die Energiepreise die Nervosität an den Märkten weiter anheizen.








