Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

Proteste führen zu Rückzug: Fünf Länder nehmen nicht am ESC 2026 teil

Fünf Länder, darunter ein prominenter Sponsor des Wettbewerbs, boykottieren den Eurovision Song Contest 2026. Politische Spannungen, insbesondere rund um die Teilnahme Israels, überschattet die Veranstaltung und sorgt für Proteste und Kontroversen.

ESC 2026: Diese Länder boykottieren den Eurovision Song Contest
Quejaytee via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Fünf Nationen haben ihre Teilnahme am diesjährigen Eurovision Song Contest abgesagt. Unter den Boykotteuren befindet sich auch ein Vertreter der „Big Five“, die zu den Hauptfinanziers des Wettbewerbs zählen.

Nachdem der österreichische Countertenor JJ im vergangenen Jahr in der Baseler St. Jakobshalle seinen ESC-Sieg feierte, steht nun die 70. Ausgabe des Eurovision Song Contests in Wien bevor. Millionen Musikliebhaber weltweit richten ihren Blick auf die Veranstaltung, die in diesem Jahr in der österreichischen Hauptstadt stattfindet.

Die Vorfreude auf das Event wird jedoch von einer politischen Debatte überschattet, die sich um die Teilnahme Israels dreht. Bereits in den letzten beiden Jahren, als der ESC in Malmö und Basel stattfand, gab es massive Proteste gegen die israelische Teilnahme. Diese Proteste sind im Kontext des Nahostkonflikts und des Krieges in Gaza besonders umstritten.

Proteste und Sicherheitsvorkehrungen

Der Auftritt der israelischen Sängerin Eden Golan in Malmö wurde vor zwei Jahren von Pfiffen und Buhrufen begleitet. Auch in Basel, wo die Sängerin Yuval Raphael auftrat, kam es zu Protesten, da sie eine Überlebende des Hamas-Angriffs auf das Nova-Musikfestival am 7. Oktober 2023 ist.

In diesem Jahr erwarten die Organisatoren noch mehr Widerstand. Aufgrund von Drohungen und angekündigten Protesten wird die israelische Delegation, die bereits seit Anfang Mai in Wien ist, stark abgeschirmt. Der israelische Sänger Noam Bettan hat sich entschieden, auf öffentliche Auftritte außerhalb der Proben zu verzichten, und die Sicherheitsvorkehrungen sind enorm. Die Stadthalle wird bereits Tage vor dem Event wie eine Festung bewacht.

Fünf Länder ziehen sich zurück

Für fünf Länder ist die Situation nicht mehr tragbar. Trotz der Bemühungen der Europäischen Rundfunkunion (EBU), die Teilnahmebedingungen zu ändern, um die Spannungen zu entschärfen, haben die Rundfunkanstalten aus Spanien, Irland, Slowenien, den Niederlanden und Island beschlossen, in diesem Jahr nicht am ESC teilzunehmen.

  • Die Niederlande und Island ziehen ihre Beiträge zurück, übertragen den ESC jedoch weiterhin.
  • Spanien, Irland und Slowenien hingegen verweigern die Übertragung des Wettbewerbs in ihren Ländern.

Finanzielle Auswirkungen des Boykotts

Der Boykott dieser fünf Länder stellt einen erheblichen Rückschlag für den ESC dar, insbesondere in finanzieller Hinsicht. Spanien gehört zu den „Big Five“, den fünf Ländern, die den Wettbewerb finanziell unterstützen. Neben Spanien zählen auch Deutschland, Italien und Großbritannien zu diesen Hauptfinanziers.

Irland und die Niederlande sind zudem unter den erfolgreichsten Ländern in der Geschichte des ESC. Irland hat den Wettbewerb bereits siebenmal gewonnen, während die Niederlande fünfmal triumphieren konnten. Die Proteste sind also nicht unbegründet. Der ESC steht in diesem Jahr unter dem Motto „United By Music“, das eigentlich die verbindende Kraft der Musik betonen soll. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Zusammenhalt in dieser Ausgabe des Wettbewerbs entwickeln wird.

Quellen: Eigene Recherche

Bildquelle: Quejaytee via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Ronny Winkler