Der frühere Oberbefehlshaber der NATO, Curtis Scaparrotti, hat eindringlich gewarnt, dass Wladimir Putin bereits einen Krieg gegen das westliche Verteidigungsbündnis entfesselt hat. Diese Aussage fiel im Rahmen einer Veranstaltung der Denkfabrik Atlantic Council in Washington.
Putins Strategie: Der Kremlchef eskaliert den Konflikt mit der NATO

Der frühere Oberbefehlshaber der NATO, Curtis Scaparrotti, hat eindringlich gewarnt, dass Wladimir Putin bereits einen Krieg gegen das westliche Verteidigungsbündnis entfesselt hat. Diese Aussage fiel im Rahmen einer Veranstaltung der Denkfabrik Atlantic Council in Washington. Scaparrotti, der von 2016 bis 2019 als “Supreme Allied Commander Europe” diente, hob hervor, dass Russland gezielt hybride Kriegsführung gegen die NATO anwendet.
Zu den Taktiken, die Russland einsetzt, zählen unter anderem Cyberangriffe sowie der Einsatz von Drohnen gegen Mitgliedsstaaten. Scaparrotti erläuterte, dass eines der zentralen Ziele des Kremls darin bestehe, die NATO zu destabilisieren und das Vertrauen der Bürger in ihre Regierungen sowie in das Bündnis zu erschüttern. Diese offensiven Aktivitäten seien Teil einer umfassenden, langfristigen Strategie, die darauf abzielt, die Widerstandskraft einzelner Länder zu unterminieren.
In einer Zeit angespannten transatlantischen Verhältnisse äußert der ehemalige General seine Bedenken. Aktuell hat US-Präsident Donald Trump ein Abkommen über Diesellieferungen mit Russland geschlossen, um die steigenden Kraftstoffpreise in den USA vor den bevorstehenden Zwischenwahlen zu drücken. Kritiker sehen in diesem Deal eine indirekte Unterstützung für die militärischen Handlungen Moskaus gegen die Ukraine.
Darüber hinaus hat Trump gefordert, dass die Ukraine einen Führungswechsel vollziehen sollte, und behauptet, Putin sei mehr an einem Friedensabkommen interessiert als die ukrainische Regierung selbst. Diese Äußerungen werfen Fragen zur Geheimdienstzusammenarbeit zwischen den USA und ihren Verbündeten auf. Auch die Rolle von Elon Musks Starlink-Satellitennetzwerk, das für die Verteidigung der Ukraine von großer Bedeutung ist, wird zunehmend kritisch betrachtet.
Scaparrotti verdeutlichte, dass das wesentliche Problem im Umgang mit Russland darin liege, dass der Kreml in seiner Militärdoktrin keinen klaren Unterschied zwischen Krieg und Frieden ziehe. Hybride Aktivitäten, die von westlichen Staaten häufig als friedliche Maßnahmen gewertet werden, gehören für Russland zum gesamten Spektrum militärischer Auseinandersetzungen. Der General warnte eindringlich davor, die russischen Handlungen als Zufälle abzutun und betonte, dass diesen eine strategische Absicht zugrunde liege.
Die NATO muss die Sicherheit ihrer Infrastruktur ernsthaft in den Blick nehmen und sich der Tatsache stellen, dass sie sich im Krieg mit Russland befindet. Scaparrotti forderte eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit den Bedrohungen, die von Russland ausgehen, sowie eine verstärkte Vorbereitung auf künftige Konflikte.
Die Lage bleibt angespannt, und die NATO steht vor der Herausforderung, ihre Verteidigungsstrategien zu überdenken, um den sich wandelnden Bedrohungen durch Russland gerecht zu werden.
Quellen: news, Tagesspiegel
Bildquelle: http://www.kremlin.ru via Wikimedia Commons (CC BY 4.0)
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