Vor der bevorstehenden Fußball-WM in Nordamerika ermitteln mehrere US-Bundesstaaten gegen die FIFA wegen überhöhter Ticketpreise und intransparentem Verkauf. Fans fühlen sich durch die hohe Preispolitik und unklare Vergaberegeln benachteiligt.
Rechtsstreit um WM-Tickets: Justiz beschäftigt sich mit Preisdiskussion

Die Vorfreude auf die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko wird durch die Unzufriedenheit vieler Fans getrübt. Der Grund dafür sind die hohen Ticketpreise sowie die intransparente Vergabe der Eintrittskarten durch die FIFA. In diesem Zusammenhang haben die Generalstaatsanwältinnen der Bundesstaaten New York und New Jersey Ermittlungen gegen den Weltfußballverband eingeleitet.
Die Generalstaatsanwältin von New Jersey, Jennifer Davenport, äußerte sich besorgt über die „unmöglich hohen Preise“, die Fans für die Tickets zahlen müssten. Sie kritisierte die FIFA dafür, den Ticketverkauf in „ein Labyrinth aus Verwirrung, künstlicher Verknappung und exorbitanten Preisen“ verwandelt zu haben.
Auch Letitia James, die Generalstaatsanwältin von New York, betonte:
„Fans sollten darauf vertrauen können, dass sie die Tickets erhalten, die sie auch gekauft haben.“
Zudem wird auch in Kalifornien der Verdacht auf Ticket-Wucher im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft untersucht.
Preispolitik und Ticketvergabe sorgen für Ärger
Die Preispolitik der FIFA sorgt seit Wochen für Aufregung: Die günstigsten Tickets für die Vorrunde, die zwischen 300 und 600 US-Dollar lagen, waren schnell ausverkauft. Inzwischen liegen die Preise für die Tickets bereits über 1.000 Dollar. Die Fan-Organisation Football Supporters Europe (FSE) bezeichnet die Preise als „Wucher“. Ein weiterer Kritikpunkt ist die dynamische Preisgestaltung, bei der die Ticketpreise je nach Nachfrage steigen oder fallen, was viele Fans verärgert.
Die Ticketvergabe selbst könnte der FIFA ebenfalls zum Verhängnis werden. Zu Beginn wurden Tickets in verschiedenen Kategorien angeboten, jedoch ohne feste Sitzplatzzuweisung. Mit steigender Nachfrage wurden neue Kategorien eingeführt, was dazu führte, dass Käufer, die bereits Tickets erworben hatten, teilweise in weniger attraktive Kategorien umgestuft wurden.
Die FIFA erklärte im April, dass die veröffentlichten Kategorienpläne lediglich als Orientierungshilfe für die Fans gedacht waren, um zu zeigen, wo sich ihre Plätze im Stadion befinden könnten. Unabhängig von den verschiedenen Preiskategorien steht die FIFA seit längerem wegen der hohen Ticketpreise in der Kritik.
Reaktionen der Generalstaatsanwältinnen
Generalstaatsanwältin Davenport betonte:
„Es ist uns eine Ehre, die Weltmeisterschaft auszurichten, aber dieses Ereignis ist keine Einladung, unsere Einwohner und Besucher auszubeuten.“
Letitia James fügte hinzu:
„New Yorker warten seit Jahren darauf, dass die Weltmeisterschaft in ihrem eigenen Hinterhof stattfindet, und sie verdienen eine faire Chance auf erschwingliche Tickets.“
Die Fußball-Weltmeisterschaft wird vom 11. Juni bis zum 19. Juli 2026 in den USA, Mexiko und Kanada ausgetragen.
Quellen: tagesschau, wz-net, fussballwettennachr
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