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Russische Tanker steuern zunehmend auf deutsche Gewässer zu?

Russische Tanker steuern zunehmend die deutsche Ostseeküste an, während Schweden verstärkt gegen die Schattenflotte vorgeht. Greenpeace dokumentiert einen besorgniserregenden Anstieg der Sichtungen und fordert die deutsche Regierung zu entschlossenem Handeln auf.

Schmiegen sich russische Schattenrouten immer mehr an die deutsche Küste?
Unknown via Wikimedia Commons (Public domain)

Ausblick auf die Entwicklung der Tankerrouten

Die Aufmerksamkeit richtet sich verstärkt auf die Routen von Tankern, die als Teil der russischen Schattenflotte gelten, da diese zunehmend näher an die deutschen Küstengewässer führen. Der Umweltschutzverband Greenpeace hat alarmierende Daten veröffentlicht, die auf eine besorgniserregende Tendenz hindeuten.

Aktueller Stand der Beobachtungen

Laut Greenpeace wurden in den letzten Monaten 42 von 136 Tankern, die der Schattenflotte zugerechnet werden, in der Nähe der deutschen Ostseeküste gesichtet. Diese Schiffe wählten zwischen dem 6. März und dem 16. Juni eine Route, die näher an Rügen vorbeiführt. Im Vergleich zum Vorjahr, als in diesem Zeitraum kein einziges Schiff dieser Art registriert wurde, zeigt sich ein deutlicher Anstieg.

Schwedische Maßnahmen gegen die Schattenflotte

Schweden hat bereits verstärkt Schritte unternommen, um gegen die Tanker der Schattenflotte vorzugehen. Mehrere Schiffe wurden gestoppt, was dazu geführt hat, dass diese nun einen größeren Abstand zur schwedischen Küste einhalten und stattdessen Kurs auf die deutsche Küste nehmen. Thilo Maack, ein Meeresbiologe von Greenpeace, fordert die deutsche Regierung auf, dem schwedischen Beispiel zu folgen und entschlossenere Maßnahmen zu ergreifen. Er hebt hervor, dass die schwedischen Bemühungen demonstrieren, wie man mit falsch geflaggten und unversicherten Tankern umgehen kann. Greenpeace hat mehrfach die deutschen Behörden über diese Tanker informiert, jedoch blieben Kontrollen bislang aus.

Relevanz der 12-Meilen-Zone

Nach Greenpeace-Angaben sind etwa 30 Tanker in die 12-Meilen-Zone, die das deutsche Küstenmeer umfasst, eingedrungen. Diese Zone ist im Rahmen des Seerechtsübereinkommens der Vereinten Nationen für die friedliche Durchfahrt vorgesehen. Ob ein Sanktionsverstoß vorliegt, wird von den zuständigen Behörden im Einzelfall geprüft.

Stellungnahme des Bundesfinanzministeriums

Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums, welches für Zollangelegenheiten zuständig ist, betonte, dass bisher keine Informationen darüber vorliegen, welche Schiffe Greenpeace konkret der Schattenflotte zuordnet. Daher könne die angegebene Statistik nicht verifiziert werden. Zudem wurde klargestellt, dass aus Sicherheitsgründen keine Stellungnahme zu spezifischen operativen Details gegeben werden kann.

Umweltbedenken durch die Schattenflotte

Greenpeace warnt zudem vor den möglichen Umweltfolgen, die durch eine Havarie von Tankern der Schattenflotte entstehen könnten. Viele dieser Schiffe sind überaltert und nicht ausreichend gewartet, was die Gefahren im Falle eines Unglücks erhöht. Die Schattenflotte wird von Russland genutzt, um die durch westliche Staaten im Zuge des Ukraine-Konflikts verhängten Sanktionen zu umgehen. Auch andere Länder, darunter Frankreich und Großbritannien, haben bereits mutmaßliche Tanker der Schattenflotte gestoppt.


Quellen: n-tv, audimax

Bildquelle: Unknown via Wikimedia Commons (Public domain)

TS