Seit über drei Wochen führt Russland den Krieg gegen die Ukraine fort, doch langsam muss Putin sich über einen Plan B Gedanken machen. Was ist seine Intention und vor allem wie geht er weiter vor? Neue Details klären auf!
Russlands neuer Großmacht-Plan
Noch immer träumt Kreml-Despot Wladimir Putin (69) davon, Kiew zu erobern und die Ukraine zu unterwerfen. Doch je länger der Krieg andauert, desto größer werden auch die Verluste in den eigenen Reihen – und desto größer die Zweifel an einem russischen Triumph.
Die russische Seite behauptet immer noch, dass die Situation unter Kontrolle sei und alles „nach Plan“ läuft. Erst am Freitag versprach Putin selbst den Zehntausenden bei seiner Propaganda-Show im Moskauer Luschniki-Stadion: „Wir werden ALLE geplanten Maßnahmen umsetzen!“
Was wäre, wenn Russland sich wirklich zurückziehen müsste? Hat Putin noch andere Pläne für die Zukunft? Ein Experte klärt auf.
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<h2>Russland will vom Klimawandel profitieren</h2>
Wie verändert die Klimakrise das größte Land der Welt? Und welchen Einfluss hat eine Veränderung des Klimas auf die geopolitischen Machtstrukturen von Russland? Dazu hat watson mit Florian Schierhorn im Interview gesprochen.
Flrian Schierhorn ist als Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Agrarentwicklungen in Transformationsökonomien (IAMO) in der Abteilung Strukturwandel tätig und hat In den letzten zehn Jahren zu den Folgen der Klimakrise für Russland als größtes Land der Welt geforscht. Das folgende Interview wird an dieser Stelle von politik.watson.de zitiert:
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Watson: Herr Schierhorn, Sie haben in den letzten zehn Jahren den Strukturwandel der russischen Landwirtschaft und die Auswirkungen der Klimakrise auf das größte Land der Erde erforscht. Welche Folgen wird der Klimawandel für das riesige Land haben?
Florian Schierhorn: Russland ist eines der Länder, das schon jetzt als Profiteur des Klimawandels gehandelt wird – zumindest aus Sicht der russischen Politik und auch großen Teilen der russischen Bevölkerung. Man geht davon aus, dass vor allen Dingen der Norden Russlands mit der zunehmenden Wärme in der Landwirtschaft stark profitieren wird.
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Also ergibt sich ein landwirtschaftlicher Vorteil für Russland?
Betrachtet man allein die Entwicklung von neuen Anbauflächen, ist das Argument, dass Russland wirtschaftlich vom Klimawandel profitieren wird, nicht so weit hergeholt. Russland wird damit auch in Zukunft einen höheren Stellenwert und damit noch größere Bedeutung bei der Produktion und beim Export von Agrargütern, vor allem Getreide, haben.
Gleichzeitig verringern sich mit zunehmenden Temperaturen die Erträge der Getreideernten in den heute großen und wichtigen Regionen USA, Australien und Südamerika. Dort wird es in den kommenden 30, 40 Jahren immer häufiger zu Ernteausfällen kommen, wenn der Klimawandel so wie jetzt ungebremst weiterläuft. Ihre Erträge werden dabei nicht linear zurück gehen, aber hier nimmt die Häufigkeit von extremen Wetterereignissen immer weiter zu, was zu mehr Dürren, weniger oder viel zu starkem Niederschlag und damit Ernteausfällen führen wird.
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„Mit fortschreitendem Klimawandel wird Russland noch eine größere Bedeutung bei der Produktion und beim Export von Agrargütern haben.“
Wie sehen die Vorteile für die russische Landwirtschaft konkret aus?
Durch die Klimaveränderungen hat man in den nördlichen Regionen Russlands schon jetzt im Gegensatz zu den Regionen südlich der zentralen Schwarzerde-Region deutlich bessere Wachstumsbedingungen als noch vor 20 Jahren. Also konkret: Längere Wachstumsperioden, warme, gemäßigtere Temperaturen und dadurch auch mehr Wasser statt Schnee, der hier sonst lag. Wenn allerdings jetzt die Schneedecke fehlt, kann der weiterhin auftretende Winterfrost leichter Schäden an den Pflanzen anrichten und führt damit auch hier zu unregelmäßigen Ertragsrückgängen. Und noch einen weiteren vermeintlichen Vorteil hat Russland in der Hinterhand.
Quelle: watson