Trotz niedriger Pegelstände bleibt ein Fischsterben in Sachsen-Anhalt bisher aus. Experten warnen jedoch vor möglichen Gefahren und fordern Maßnahmen, um die Wasserqualität zu sichern.
Sachsen-Anhalt: Fischpopulation bleibt stabil, Entwarnung jedoch verfrüht

„Das ist eigentlich ein ganz gutes Zeichen. Ich hoffe, dass das auch so bleibt“, sagte Martin Schwabe, Sprecher des Landesanglerverbands Sachsen-Anhalt.
Trotz der extrem niedrigen Pegelstände in den Gewässern Sachsen-Anhalts bleibt ein massives Fischsterben bislang aus. Dennoch äußern Angler Bedenken, da in einigen Regionen weiterhin Angelverbote bestehen und Naturschützer dringend Maßnahmen fordern.
Aktuelle Situation der Fischbestände
Die anhaltend hohen Temperaturen und die niedrigen Wasserstände haben bisher nicht zu einem signifikanten Fischsterben geführt. Laut Schwabe wurde bislang kein Fischnotfallanhänger angefordert, der zur Rettung von Fischbeständen eingesetzt werden könnte. Dennoch sei es verfrüht, von einer Entwarnung zu sprechen. Bereits im Juli hatten mehrere Angelvereine in Gebieten mit stark belasteten Fischbeständen Angelverbote verhängt, die teilweise noch in Kraft sind.
Einfluss der Witterungsbedingungen
Die Hoffnung der Angler ruht auf sinkenden Temperaturen, die den Fischbeständen zugutekommen könnten. Schwabe erklärte, dass plötzliche Regenfälle sogar negative Auswirkungen haben könnten, da sie Nährstoffe aus der Landwirtschaft und städtischen Abwässern in die Gewässer spülen. Dies könnte zu einem Anstieg des Algenwachstums führen, was den Sauerstoffgehalt im Wasser weiter senken würde.
Rekordniedrigstände der Elbe
Die Elbe hat in Magdeburg einen alarmierend niedrigen Pegelstand von 39 Zentimetern erreicht. Jens Richter, Geschäftsführer des Nabu-Landesverbandes Sachsen-Anhalt, betonte, dass solche Pegelstände die Gewässerqualität erheblich beeinträchtigen, insbesondere hinsichtlich Temperatur und Sauerstoffgehalt. Die Anreicherung mit Nährstoffen nehme zu, was die Veralgung der Gewässer verstärke.
Flächendeckende Niedrigwasserstände
Friedemann Gohr, Geschäftsbereichsleiter des Gewässerkundlichen Landesdienstes, berichtete von flächendeckend niedrigen Pegelständen in Sachsen-Anhalt. Viele kleinere Gewässer, wie die Eine in Stangerode und die Steinerne Renne im Harz, führen nur noch wenige Zentimeter Wasser und stehen kurz davor, historische Tiefststände zu erreichen. Diese Situation führt zu erhöhtem Stress für heimische Fischarten, insbesondere für die kältebevorzugende Bachforelle.
Forderungen der Naturschützer
Naturschützer fordern unter anderem die Renaturierung von Flussauen, die durch Deiche von den Flüssen getrennt sind. Katja Alsleben, Nabu-Landesvorsitzende in Sachsen-Anhalt, erklärte: „Damit fehlt ein erheblicher Teil ihrer natürlichen Speicher- und Pufferfunktion.“ Die fehlenden Schmelzwasserzuflüsse verschärfen die Situation zusätzlich.
Notwendigkeit eines Umdenkens
Gohr betonte, dass ein Umdenken erforderlich sei, um Niederschläge in den jeweiligen Regionen besser zu speichern. Eine mögliche Lösung könnte die Renaturierung von Flussläufen sein, um das Wasser langsamer abfließen zu lassen und eine Versickerung zu ermöglichen. Wo dies nicht möglich ist, sollten Stauanlagen verbessert werden. „Das ist ein Komplex von Maßnahmen, der zukünftig sicherlich stärker eine Rolle spielen wird“, so Gohr.
Quellen: n-tv
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.








