In Sachsen-Anhalt stehen die Landtagswahlen bevor, während die AfD in Umfragen dominiert. Unternehmen warnen vor den möglichen Folgen eines radikalen Umbaus der Gesellschaft und betonen die Bedeutung einer stabilen Demokratie für unternehmerische Freiheit.
Sachsen-Anhalt-Wahl: Unternehmen engagieren sich für demokratische Prinzipien

Am 6. September 2026 stehen in Sachsen-Anhalt Landtagswahlen an, bei denen die AfD in aktuellen Umfragen mit über 40 Prozent führt. Ein möglicher Wahlsieg der Partei könnte als ernsthafte Herausforderung für die demokratischen Strukturen des Landes angesehen werden.
Die AfD plant umfassende Reformen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Dazu gehören die Abschaffung der Landeszentrale für politische Bildung, die Kündigung der Rundfunkstaatsverträge, Änderungen in den Lehrplänen der Schulen, eine Verschärfung der Migrationspolitik sowie der Vorschlag, fehlende Fachkräfte durch Künstliche Intelligenz zu ersetzen.
Die Gefahren für Unternehmen
Die radikalen Pläne der AfD könnten auch für die Wirtschaft erhebliche Risiken mit sich bringen. Eine stabile Demokratie ist für Unternehmen essenziell, da sie die unternehmerische Freiheit gewährleistet. Aus diesem Grund distanzieren sich einige Unternehmen von der rechtspopulistischen Partei und setzen sich aktiv für die Demokratie ein.
Stellungnahmen der Wirtschaft
Vor den Landtagswahlen im Osten haben sich führende Wirtschaftsverbände klar gegen die AfD positioniert. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger äußerte, die Partei habe keine Lösungen für die Herausforderungen Deutschlands. Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und der Maschinenbauverband (VDMA) grenzen sich von der AfD ab.
Im Gegensatz dazu zeigte sich der Wirtschaftsverband „Die Familienunternehmer“, der rund 6.500 Mitglieder vertritt, im Oktober 2025 offener gegenüber der AfD, indem er den AfD-Politiker Leif-Erik Holm zu einer Diskussionsveranstaltung einlud. Dies führte dazu, dass die Drogeriemarktkette Rossmann den Verband verließ und erklärte, dass sie sich von Extremisten distanziere.
Unterstützung für die Demokratie
Einige Unternehmen unterstützen die AfD sogar mit Parteispenden, was auf den großen Frust über die aktuelle Regierungspolitik hinweist. In Ostdeutschland, wo in diesem Jahr zwei Landtagswahlen und die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus anstehen, schätzen fast die Hälfte der Unternehmer die wirtschaftliche Lage negativ ein. Dennoch sehen viele das Potenzial des Wirtschaftsstandorts Ostdeutschland. Für kleinere Betriebe ist ein Umzug oft keine Option, weshalb sie sich den lokalen Rahmenbedingungen anpassen müssen.
Initiativen zur Demokratieförderung
Die staatliche Förderbank KfW hat im Januar die Initiative „Charta der Demokratie“ ins Leben gerufen. Diese Initiative bietet Mitarbeitenden, die sich kommunalpolitisch engagieren, Weiterbildungen an und gewährt bis zu fünf Tage Sonderurlaub pro Jahr, um politisches Engagement zu fördern und demokratische Netzwerke über Unternehmensgrenzen hinweg zu schaffen.
Die Deutsche Börse, die sich ebenfalls der „Charta der Demokratie“ angeschlossen hat, ermutigt ihre Mitarbeitenden, als Wahlhelfer aktiv zu werden. Die Initiative umfasst derzeit 13 Unternehmen und verzichtet bewusst auf starre Vorgaben.
Wirtschaftliche Vorteile der Demokratie
Wirtschaftswissenschaftler Markus Scholz von der TU Dresden betont, dass populistische Politik die Risiken für Unternehmen erhöht, während Demokratien verlässliche Partner darstellen. Unternehmen profitieren von der Rechtsstaatlichkeit, offenen Märkten und unternehmerischer Freiheit, was sich in einer aktuellen Studie widerspiegelt: Über 90 Prozent der befragten Unternehmen betrachten die Demokratie als wichtigen Standortfaktor. Rund 60 Prozent sind der Meinung, dass Unternehmen aktiv zur Stabilisierung der Demokratie beitragen sollten.
Scholz erklärt weiter, dass autoritäre Herrschaftsverhältnisse ein wirtschaftliches Risiko darstellen, da sie den fairen Wettbewerb behindern und Vetternwirtschaft begünstigen. Zudem sind Unternehmen auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, der insbesondere im Gesundheitswesen und Baugewerbe akut ist. In Ostdeutschland stellt die alternde Bevölkerung eine besondere Herausforderung dar, die durch KI nicht kompensiert werden kann.
Quellen: deutschlandfunk, taz, MDR
Bildquelle: Shutterstpck / Volodymyr TVERDOKHLIB
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.








