Salman Rushdie präsentierte bei der Lit.Cologne sein neues Buch „Die elfte Stunde“, das sich mit Vergänglichkeit und Tod beschäftigt. Der Auftritt fand unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt, da Rushdie Ziel eines Attentats wurde.
Salman Rushdie bei Lit.Cologne: Ein Blick auf Vergänglichkeit und Humor

Im Rahmen der Lit.Cologne trat der renommierte Schriftsteller Salman Rushdie in Köln auf, um sein neuestes Werk vorzustellen. Die Veranstaltung fand im WDR-Funkhaus statt und war von strengen Sicherheitsmaßnahmen begleitet. So war es den Besuchern beispielsweise untersagt, Kugelschreiber mit in den Saal zu bringen, und beim Einlass wurden Körperscanner eingesetzt.
Diese Sicherheitsvorkehrungen sind nachvollziehbar, da Rushdie in der Vergangenheit Ziel eines Mordaufrufs war. Der damalige iranische Führer Ajatollah Ruhollah Chomeini hatte 1989 eine Fatwa gegen ihn erlassen, die aufgrund von Rushdies Buch „Die satanischen Verse“ erlassen wurde. Im Jahr 2022 wurde Rushdie bei einer Veranstaltung in New York von einem Angreifer mit einem Messer attackiert, was zu schweren Verletzungen führte, darunter der Verlust eines Auges.
Einblicke in Rushdies neues Buch
Rushdies Erzählband „Die elfte Stunde“ thematisiert die Vergänglichkeit und den Tod. In den fünf Geschichten des Buches wird die Frage nach dem Sinn des Lebens und dem eigenen Überleben behandelt. Eine der Erzählungen handelt von zwei alten Nachbarn, die in einem ständigen Streit leben, bis einer von ihnen durch einen Unfall stirbt. Der Überlebende beginnt sich zu fragen, warum er noch lebt.
Moderator Bernhard Robben stellte Rushdie die Frage, ob er sich nach dem Attentat ebenfalls mit der Frage des Überlebens auseinandergesetzt habe. Rushdie antwortete, dass er großes Glück gehabt habe, noch am Leben zu sein. Die Ärzte hätten nicht geglaubt, dass sie ihn retten könnten. Er reflektierte darüber, wie man eine zweite Chance im Leben nutzen möchte und dass er diese Antwort noch immer täglich suche.
Humor trotz ernster Themen
Während des Gesprächs bewies Rushdie seinen scharfen Witz und seine Schlagfertigkeit. Auf die Frage, als was er wiedergeboren werden möchte, antwortete er humorvoll, dass er sich als Ferrari wiedersehen wolle, was im Publikum für Lachen sorgte. Trotz der ernsten Themen, die er ansprach, blieb sein Humor ungebrochen.
Als Robben ihn fragte, wie er sich seinen eigenen Tod wünschen würde, antwortete Rushdie mit einem verschmitzten Lächeln, dass er am liebsten überhaupt nicht sterben würde. Diese Antwort verdeutlicht seinen lebensbejahenden Ansatz und seine Fähigkeit, auch in schwierigen Zeiten Humor zu finden.
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