Domen Prevc nimmt Kurs, als vierter Skispringer der Tournee-Geschichte alle vier Wettbewerbe zu gewinnen. Das deutsche Duo hält in der Weltspitze mit, doch für ganz oben reicht es nicht.
Prevc dominiert auch 2026 – Deutsche schon klar abgehängt

Domen Prevc aus Slowenien setzt seine Skisprung-Festtage auch im Jahr 2026 fort und bringt das deutsche Spitzenduo zum Verzweifeln. Felix Hoffmann als Sechster und Philipp Raimund als Siebter zeigten beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen zwar eine solide Leistung, aber ihre Chancen auf den Gesamtsieg der Vierschanzentournee schwinden weiterhin.
Das liegt an Prevc, der vor 22.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion 143 und 141 Meter sprang und damit den Österreicher Jan Hörl und dessen Landsmann Stephan Embacher mit großem Abstand auf die weiteren Podestplätze verwies. «Es ist krass, wenn man sieht, wie groß der Abstand von Domen ist. Das ist einfach krank, der macht brutal gute Sprünge», sagte Raimund im ZDF.
Vierfacherfolg für Prevc rückt näher
Nach dem erneuten Springen, das zu einer Disqualifikation seines Teamkollegen Timi Zajc führte, rückt für Prevc auch der Vierfacherfolg näher. Das haben in der Historie nur Sven Hannawald, Kamil Stoch und Ryoyu Kobayashi geschafft.
Hoffmann (134 und 136 Meter) und Raimund (134 und 135 Meter) zeigten an der Großen Olympiaschanze die gleiche Leistung wie in den vorherigen Wochen: solide, aber nicht ausreichend für einen Einzelsieg, auf den die Deutschen in Garmisch seit Hannawald im Jahr 2002 warten.
Vor den Springen in Innsbruck (4. Januar) und Bischofshofen (6. Januar) führt Prevc mit einem Vorsprung von über 25 Metern vor Hoffmann und fast 30 Metern vor Raimund. Der Tageszweite Hörl ist nun sein erster Verfolger, der bisher als stärkster Österreicher aufgetreten ist. Allerdings liegt auch er bereits deutlich zurück.
Geiger und Wellinger ohne Punkte
Die deutschen Routiniers Andreas Wellinger und Karl Geiger hatten erneut einen schwierigen Tag. Obwohl sie beim fröhlichen Jahresstart bei wunderschönem Winterwetter bessere Ergebnisse erzielten als beim Debakel in Oberstdorf, reichten die Plätze 32 und 33 erneut nicht für Weltcup-Punkte für die einstigen Weltklasse-Athleten.
«Das Fazit ist nicht gut, nicht schlecht. Von der Sprungqualität her habe ich gedacht, dass mehr rauskommt», sagte Wellinger, der auf den Tag genau vor zwei Jahren nach Garmisch noch die Tournee-Gesamtwertung angeführt hatte und am Ende nur hinter dem Japaner Kobayashi landete.
Wellinger: «Die nüchterne Realität»
«Aktuell haben wir zu viele, die vor dem zweiten Durchgang ausscheiden. Das ist die nüchterne Realität», sagte Wellinger zur schwachen Teambilanz hinter Hoffmann und Raimund. Schon in Oberstdorf hatten nur zwei deutsche Athleten das Finale der besten 30 erreicht. Diesmal waren es immerhin drei.
Mit einer vierfachen Nullnummer aus der Tournee gehen wird der Slowene Zajc, der wie in Oberstdorf für einen nicht regelkonformen Anzug vom Springen ausgeschlossen wurde. «Es kann passieren, aber wenn es das zweite Mal in Folge passiert, muss ich sagen: das darf nicht passieren. Das ist für den Athleten natürlich sehr frustrierend», sagte Geiger. Zajc ist damit für die beiden anstehenden Tournee-Wettbewerbe in Österreich gesperrt.
Betrugsvorwürfe wegen Bindung
Rund zehn Monate nach dem Anzugskandal bei der WM in Trondheim gibt es – auch abseits der zahlreichen Disqualifikationen – wieder Anschuldigungen. Norwegische Medien hatten an der Legalität der Bindung von Österreichs Springer Manuel Fettner gezweifelt. Der Weltverband entkräftete die Vorwürfe: «Die Bindung ist seit etwa zehn Jahren in Nutzung und wurde genehmigt», hieß es.
Geiger wirkte davon genervt und sagte: «Es ist ein schlechtes Zeichen, wenn man selbst betrogen hat und das dann anderen unterstellt. Das ist nicht unbedingt die beste menschliche Art. Das gehört sich einfach nicht.» In Trondheim hatten die Norweger selbst für einen Skandal gesorgt, als sie unerlaubt ein steifes Band in den Anzug eingenäht hatten und bei dem Betrug durch ein anonym aufgenommenes Video erwischt wurden.








