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Deutscher-Innenminister gestorben

Familie und Freunde trauern um den gestandenen Polikiker.

Foto: depositphotos

Er stand 15 Jahre an der Spitze des Innenministeriums. In seine Amtszeit fiel unter anderem das Geiseldrama von Gladbeck, das Deutschland tagelang in Atem hielt.

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„Als die SPD 1980 die absolute Mehrheit holt und damit die sozialliberale Koalition endet, macht Ministerpräsident Rau seinen Weggefährten zum Innenminister – trotz anfänglicher Bedenken. ‚Ich weiß nicht, ob du das durchstehst‘, soll Rau dem sensiblen Freund gesagt haben“, berichtet der „WDR“ Schnoor setzte sich während seiner Amtszeit unter dem Ministerpräsidenten Raus (SP) für eine Politik der Deeskalation gegenüber Demonstranten ein, die Polizei sollte behutsam mit ihrer Macht umgehen.

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Von konservativen Politikern erntete er für dieses Vorgehen viel Kritik. „Schnell entwickelt sich Schnoor zum liberalen Gegenspieler des Bundesinnenministers Friedrich Zimmermann (CSU). Dieser lässt die Bundespolizei mit Reizgas gegen Demonstranten vorgehen“, berichtet der WDR.

„Herbert Schnoors täglicher Einsatz für unsere Demokratie ist bis heute ein Vorbild für eine Innenpolitik, bei der die Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt stehen“, sagte SPD-Landeschef Thomas Kutschaty laut „RP“. Er würdigte Schnoor, der 1927 in Aurich geboren wurde, als Architekten und Verteidiger des liberalen Rechtsstaats. „Mit ihm ist ein über alle Parteigrenzen hinweg höchst anerkannter Wegbegleiter von uns gegangen“, erklärte Kutschaty. Schnoor habe die nordrhein-westfälische Politik wie nur wenige andere gekannt und die sozialdemokratische Bundes- und Landespolitik über Jahrzehnte geprägt.

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Ministerpräsident Armin Laschet (CDU): Mit dem Tod von Schnoor verliere Nordrhein-Westfalen einen hochgeschätzten und anerkannten Vollblutpolitiker und leidenschaftlichen Staatsdiener. „Er war ein besonnener und kluger Kopf, dem die Menschen in unserem Land zeit seines Lebens am Herzen lagen“, erklärte der Ministerpräsident. Er verwies darauf, dass Schnoor sich für die Rechte von Asylsuchenden und Migranten starkgemacht und mit Nachdruck für die Bekämpfung von Fluchtursachen eingesetzt hatte.

Der frühere nordrhein-westfälische Innenminister Schnoor (SPD) ist im Alter von 94 Jahren gestorben.

nf24