Hamburg verdient sich Punkt gegen Top-Club, Leipzig beendet Torlos-Serie, Fans protestieren gegen Faschismus.
FC St. Pauli schockt RB Leipzig mit spätem Ausgleichstreffer

Der FC St. Pauli, der in Gefahr ist abzusteigen, hat dem Top-Club RB Leipzig einen Rückschlag im Rennen um die Champions-League-Plätze zugefügt. Die Hamburger erzielten durch einen späten Foulelfmeter-Treffer von Martijn Kaars in der dritten Minute der Nachspielzeit ein 1:1 (0:0). Obwohl die Sachsen ihre Serie ohne Tore im Millerntor-Stadion beendeten, blieben sie auch im vierten Gesamtauftritt bei den Hanseaten sieglos.
Der talentierte Yan Diomande erzielte vor 29.147 Zuschauern in der 66. Minute ein beeindruckendes Tor und brachte RB in Führung, was das erste Leipziger Tor am Millerntor im vierten Spiel bedeutete. Der abstiegsbedrohte Hamburger Verein, der über weite Strecken ebenbürtig war, kam jedoch spät zurück und verdiente sich den Punkt redlich.
Schlager trifft den Pfosten
Früh in der Partie wäre die Torlosigkeit der Leipziger fast vorbei gewesen. Xaver Schlager (8.) schoss aus knapp 20 Metern. Und sorgte mit seinem Pfostenschuss für einen ersten Aufreger auf den Rängen.
Schon vor der Partie hatten Fans anlässlich des Holocaust-Gedenktags lautstark gegen Faschismus ihre Stimme erhoben. Auf den Rängen waren Banner mit der Aufschrift «Kein Vergeben, kein Vergessen» emporgehalten worden. Auch die Spieler beider Teams hielten ein Transparent hoch.
Die Partie hätte eigentlich schon vor zweieinhalb Wochen stattfinden sollen. Doch das heftige Wintertreiben verhinderte damals die Austragung der Partie – die Begegnung wurde kurzfristig abgesagt.
St. Pauli besser im Spiel
Schnee war kein Problem und die niedrigen Temperaturen waren auch nicht spürbar, da beide Teams entschlossen nach vorne spielten. Die Gastgeber nutzten ihre geplanten Umschaltaktionen geschickt aus, zweimal lief Rocky-Jade Jones frei auf das Leipziger Tor zu, aber vor allem beim zweiten Versuch (23.) schoss er den Ball daneben.
Der schnelle Engländer von St. Pauli war auch bei der nächsten guten Aktion (38.) dabei, aber er wartete zu lange und übersah den besser positionierten Mitspieler Joel Chima Fujita. Außerdem wäre es Abseits gewesen. Der sehr schnelle Spieler schien oft einen Schritt zu spät in seinen Gedanken bei seinen Versuchen zu sein. Diese Aktionen waren symptomatisch für die Hamburger mit schwachem Abschluss in dieser Saison.
Besserer Auftritt als im Derby
Leipzig hatte trotz eigener Torannäherungen aufgrund einiger Ballverluste und vieler Räume für die Hanseaten teilweise kein gutes Bild abgegeben. Antonio Nusa scheiterte kurz vor dem Halbzeitpfiff aus aussichtsreicher Position an Torwart Nikola Vasilj, während Romulo einen Schuss aus spitzem Winkel knapp neben das Tor setzte.
Im zweiten Durchgang war es ein durchaus unterhaltsames Spiel ohne Tore. Dies steht im Gegensatz zum langweiligen und schwachen Auftritt der Hamburger im Derby gegen den HSV. Jedoch waren beide Mannschaften ungenau, wenn es um den Abschluss vor dem gegnerischen Tor ging.
Kaars trifft vom Punkt
Die Leipziger jubelten erst, als Angreifer Diomande einen strammen Schuss auf Höhe der Strafraumgrenze abfeuerte. Der Ball flog unhaltbar in den linken Winkel.
Jedoch war es nicht das Ende: In der Nachspielzeit entschied Schiedsrichter Florian Exner auf Elfmeter nach einem Foul von David Raum an Kaars. Der eingewechselte Niederländer trat selbst an, verwandelte und löste ausgelassenen Jubel am Millerntor aus.








