Das Vorhaben, das die bestehende Tunnel-Fläche von 34 Hektar mehr als verdoppeln würde, stößt auf erheblichen Widerstand.
Stadt Rostock setzt sich gegen genehmigtes Großprojekt von Karls Erdbeerhof ein

Die Stadt Rostock hat Widerspruch gegen die Baugenehmigung für ein umfangreiches Projekt von Karls Erdbeerhof eingelegt, das eine Erweiterung des Erdbeeranbaus vorsieht. Die geplante Fläche beträgt rund 40 Hektar, was der Größe von etwa 60 Fußballfeldern entspricht.
Widerstand gegen das Vorhaben
Das Vorhaben, das die bestehende Tunnel-Fläche von 34 Hektar mehr als verdoppeln würde, stößt auf erheblichen Widerstand. Im Mittelpunkt der Bedenken steht der Wasserhaushalt der angrenzenden Rostocker Heide, dem größten geschlossenen Küstenwald Deutschlands. Die Stadt befürchtet, dass die neue Anlage von Karls Erdbeerhof einen “erheblichen Wasserbedarf” haben könnte, der negative Auswirkungen auf die durch den Klimawandel bereits geschädigte Rostocker Heide haben könnte.
Stadt fordert Einsicht in die Unterlagen
Die Stadt hat den Widerspruch eingelegt, um Fristen einzuhalten und Einsicht in die entsprechenden Akten zu erhalten. Ein Stadtsprecher erklärte, dass die Stadt grundsätzlich nicht gegen das Projekt sei, solange der Schutz der Rostocker Heide gewährleistet ist. “Ist das sichergestellt, sind unsere Bedenken ausgeräumt”, so der Sprecher.
Karls Erdbeerhof verteidigt seine Pläne
Robert Dahl, der Geschäftsführer von Karls Erdbeerhof, sieht die Situation anders. Er betont, dass die Folientunnel den Boden nicht versiegeln und das Regenwasser seitlich abfließt und im Erdreich versickert. “Der Boden bleibt ganzjährig begrünt und bietet Lebensraum für Insekten und Bodenlebewesen”, erklärte er.
Umweltschützer äußern Bedenken
Auch der BUND Mecklenburg-Vorpommern hat Widerspruch gegen die Baugenehmigung eingelegt. Die Umweltschützer befürchten, dass die große bauliche Anlage Lebensräume von Tieren und Pflanzen vernichten, das Mikroklima verändern und das Landschaftsbild beeinträchtigen könnte.
Wasserbewirtschaftung und Anbaumethoden
Dahl erläuterte, dass die Bewässerung mit gespeichertem Wasser erfolgen soll. Im Winter werde überschüssiges Wasser aus umliegenden Gewässern gespeichert und im Sommer für die Erdbeeren genutzt. Dies führe dazu, dass das Wasser größtenteils wieder in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgelange und sogar mehr Grundwasser neu gebildet werde als ohne den Stellagenanbau.
Die Stadt Rostock wird nun die Unterlagen prüfen, um die tatsächlichen Auswirkungen des Projekts besser einschätzen zu können.
Quellen: Bild
Bildquelle: Von M.Knaak – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=73653936
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