Test gehören für die meisten Menschen inzwischen zum Alltag. Ob für den Urlaub oder für das Restaurant, überall werden Corona-Test verlangt.
Studie: Weniger als 50% Trefferquote bei Schnelltests

Test gehören für die meisten Menschen inzwischen zum Alltag. Ob für den Urlaub oder für das Restaurant, überall werden Corona-Test verlangt.
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Will man in geschlossenen Räumen essen gehen, das Fitnessstudio aufsuchen oder verreisen – all das geht nicht ohne einen Antigen-Schnelltest. Die Schnelltests stellen inzwischen ein weit verbreitetes Mittel dar, um die Fallzahlen zu kontrollieren und gleichzeitig der Bevölkerung wieder mehr Möglichkeiten einzuräumen, den Alltag zurückzugewinnen.
Die Test sind einfach in der Handhabung, billig und schnell. Das Problem: Die gängigen Schnelltests erkennen eine Corona-Infektion deutlich seltener als ein PCR-Test, lautet das Ergebnis einer neuen Studie.
Das Forschungsteam setzte sich aus Mitgliedern der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) und dem Universitätsklinikums Würzburg (UKW) zusammen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler überprüften rund 5.000 Testergebnisse von Menschen, die sowohl einen Antigen- als auch einen PCR-Test durchgeführt hatten lassen. Die Ergebnisse wurden hinsichtlich ihrer Empfindlichkeit verglichen. Sie gibt an, bei wie viel Prozent der infizierten Personen der Test auch wirklich positiv ausfällt.
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Antigen-Schnelltest-Hersteller bescheinigen ihren Produkten eine hohe Zuverlässigkeit. Die Sensitivität soll bei über 90 Prozent liegen. Doch die Ergebnisse der Studie zeigen die erschütternde Wahrheit: mit 42,6 Prozent liegt die Sensitivität deutlich unter den Angaben der Hersteller. Das heißt, dass bei nur 42,6 Prozent der an Covid-19-Erkrankten, führt ein einzelner Antigen-Schnelltest auch zu einem positiven Ergebnis. Was die Untersuchungen aber auch zeigten: Die Spezifität der Tests liegt im Gegensatz zur Sensitivität im Bereich der Herstellerangaben und zwar bei 98,68 Prozent. Dieser Wert zeigt den Anteil der korrekt negativ getesteten.
Hohe Viruslasten zuverlässig erkannt
Sogenannte Superspreader – das sind Covid-Infizierte, die eine besonders hohe Viruslast in sich tragen und diese an andere Menschen weitergeben – erkannten die Antigen-Schnelltests überwiegend korrekt als Corona-positiv. Probleme bereiteten dagegen die Proben mit niedrigen Viruslasten: Bei ihnen wurde häufig ein falsch-negatives Ergebnis angezeigt. Die „Infektion [werden] so gut wie nicht erkannt“, sagt dazu Studienleiter Manuel Krone. Problematisch sei das vor allem zu Beginn einer Infektion, wenn die Erkrankten erst eine niedrige Viruslast in sich tragen, aber bereits ansteckend sind. „Dann liefern Antigen-Schnelltests möglicherweise erst später als ein PCR-Test die richtige Diagnose und können so den Betroffenen falsche Sicherheit geben.“ Weniger riskant seien falsch-negative Testergebnisse dagegen zum Ende einer Infektion. Dann gehe von den Infizierten kein hohes Ansteckungsrisiko mehr aus.
Der Immunologe Manuel Krone weist darauf hin, dass man sich wegen eines negativen Testergebnisses nicht in Sicherheit wiegen dürfe. Das Risiko, jemanden anzustecken, sei weiter gegeben, auch wenn ein negatives Ergebnis vorliege. „Antigen-Schnelltests sollten nicht als Ersatz für PCR-Untersuchungen bei symptomatischen Personen eingesetzt werden, wenn PCR-Kapazitäten zur Verfügung stehen“, sagt er. Auf die Testmethode zu verzichten sei allerdings auch nicht ratsam. „Großflächig und regelmäßig eingesetzt ermöglichen sie eine zusätzliche Erkennung von in vielen Fällen auch asymptomatischen SARS-CoV-2-Infizierten und damit eine Unterbrechung von Infektionsketten.“
Die Tests stellen eine sinnvolle Ergänzung zu weiteren Maßnahmen dar, meint ebenfalls die Ko-Autorin der Studie Isabell Wagenhäuser, Doktorandin am Institut für Hygiene und Mikrobiologie. Ähnlich sieht es auch der Leiter der Stabsstelle Krankenhaushygiene des UKW, Ulrich Vogel. Es sollten immer auch die aktuellen Fallzahlen berücksichtigt werden, betont er – weil der positive Vorhersagewert der Tests bei niedrigen Inzidenzen abfalle.
Quelle: Business Insider
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