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Studie zeigt: Kopfballtraining kann Gehirn schädigen – Erste Messungen belegen Auswirkungen

Eine neue Studie zeigt, dass bereits ein Kopfball bei Amateurfußballern Biomarker im Blut freisetzt, die auf mögliche Hirnschädigungen hinweisen. Je häufiger und intensiver der Kontakt, desto ausgeprägter sind die Veränderungen.

Hinweise auf Schädigung?: Bereits ein Kopfball erzeugt
KI-generiert

Die Gefahren durch Kopfbälle betreffen nicht nur Profis, sondern auch Amateurspieler im Breitensport. Eine aktuelle Untersuchung hat im Blut von Freizeitkickern Hinweise auf mögliche Hirnschädigungen nachgewiesen. Je häufiger und intensiver der Kontakt, desto ausgeprägter sind die Folgen.

Es gibt bereits zahlreiche Indizien, dass das Köpfen eines Fußballs nicht ohne Auswirkungen auf das Gehirn bleibt. Ein Forschungsteam hat nun die unmittelbaren Folgen von Kopfbällen nach einem Spiel dokumentiert. Eine neue Studie aus Amsterdam liefert erstmals konkrete Messwerte.

Wissenschaftler des Amsterdam UMC, angeführt von den Neurowissenschaftlern Marloes Hoppen, Marsh Königs und dem Neurologen Jort Vijverberg, konnten in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Fußballverband KNVB nachweisen, dass im Blut von Amateurspielern unmittelbar nach einem Spiel bestimmte Biomarker ansteigen, die auf eine Schädigung von Nervenzellen hinweisen. Der Effekt war umso deutlicher, je häufiger und intensiver die Spieler den Ball mit dem Kopf trafen. Die Ergebnisse wurden in dem angesehenen Fachmagazin JAMA Neurology veröffentlicht.

Messungen und Ergebnisse

Insgesamt wurden 302 männliche Amateurspieler während elf Fußballspielen untersucht. Vor und nach den Spielen wurde ihnen Blut abgenommen, um die Biomarker p-tau217 und S100B zu bestimmen – dieselben, die auch zur Diagnose von Hirnverletzungen oder Demenz verwendet werden. Videoaufnahmen dokumentierten zudem, welcher Spieler wie oft köpfte und ob es sich um besonders kraftvolle Kopfballaktionen handelte, beispielsweise nach einem langen Abschlag des Torwarts.

Intensität der Kopfballaktionen

„Je öfter ein Spieler köpfte und je heftiger der Kopfball war, desto größer war der im Blut gemessene Effekt“, erklärte Marsh Königs vom Emma Kinderhospital des Amsterdam UMC. „Der stärkste Anstieg trat nach intensiven Kopfbällen auf, wenn der Ball mehr als 20 Meter geflogen war.“

Bemerkenswert ist, dass die erhöhten Werte schnell wieder abfielen: Innerhalb von 24 bis 48 Stunden sanken sie auf ihr Ausgangsniveau zurück. Studienleiter Jort Vijverberg vom Alzheimer Center Amsterdam warnte jedoch:

„Wir betrachten hier im Grunde ‚Staubwolken‘ der Schädigung. Wenn sich der Staub gelegt hat, heißt das nicht, dass der Schaden verschwunden ist.“

Hinweise auf Hirntrauma

Der britische Biomediziner Peter Theobald von der Universität Cardiff, der nicht an der Studie beteiligt war, äußerte sich zu den Ergebnissen:

„Diese Studie untermauert die sich abzeichnenden Erkenntnisse, dass bereits leichte Kopfstöße eine negative Reaktion des Hirngewebes auslösen.“

Er stellte fest, dass bereits eine geringe Anzahl von Kopfbällen mit Veränderungen der Blutmarker unmittelbar nach dem Spiel und erneut 48 Stunden später korreliert.

„Dies könnte darauf hindeuten, dass Kopfbälle ein gewisses Hirntrauma verursachen“, so Theobald.

Eine weitere Studie aus dem Jahr 2025, bei der die Gehirne von über 350 Amateurfußballspielern untersucht wurden, zeigte, dass eine höhere Anzahl von Kopfbällen mit stärkeren Störungen der Mikrostruktur des Gewebes einherging, insbesondere in den tiefen Hirnfalten. Eine ebenfalls 2025 von der University of Sydney durchgeführte Studie kam zu ähnlichen Ergebnissen: Schon das Köpfen ohne Gehirnerschütterung verändert das Gehirn messbar, auch wenn keine unmittelbaren kognitiven Beeinträchtigungen auftreten.


Quellen: n-tv

TS