Ab dem 1. April 2026 gilt eine neue Regelung für Tankstellen, die Preissprünge auf einmal täglich begrenzt. Während die Bundesregierung auf mehr Transparenz hofft, bleibt unklar, ob die Verbraucher tatsächlich von niedrigeren Preisen profitieren werden.
Tankstellenpreise: Ab sofort nur einmal täglich angepasst

Die Preise an den Tankstellen in Deutschland sind in den letzten Wochen stark angestiegen, was die Bundesregierung dazu veranlasst hat, eine neue Regelung einzuführen, die ab diesem Mittwoch in Kraft tritt. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Preisschwankungen zu reduzieren und den Verbrauchern mehr Stabilität zu bieten.
Hintergrund der neuen Regelung
In den vergangenen Monaten kam es an Tankstellen zu durchschnittlich bis zu 20 Preisänderungen pro Tag. Um diesem Problem entgegenzuwirken, orientiert sich die neue Regelung an einem Modell aus Österreich. Die schwarz-rote Koalition erhofft sich von dieser Maßnahme eine höhere Verlässlichkeit und Transparenz für die Autofahrer. Die häufigen Preisanpassungen hatten bereits zu Kritik geführt, da sie die Nutzung von Preisvergleichs-Apps erschwerten. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, erklärte, dass in Spitzenzeiten sogar bis zu 50 Preisänderungen pro Tag verzeichnet wurden. Zuwiderhandlungen gegen das Verbot mehrfacher Preiserhöhungen können mit Bußgeldern von bis zu 100.000 Euro geahndet werden.
Auswirkungen der neuen Regelung
Die Frage, ob die neue Regelung tatsächlich zu niedrigeren Spritpreisen führen wird, bleibt offen. Ramona Pop, Vorständin des Verbraucherzentrale-Bundesverbands, äußerte sich skeptisch: „Die Erfahrung aus unserem Nachbarland zeigt, dass die Kraftstoffpreise nach der Einführung zunächst sanken, sich jedoch schnell wieder auf dem gewohnten Niveau einpendelten.“ Mundt betonte, dass es wahrscheinlich weniger Preisschwankungen geben werde und es einfacher sein könnte, die niedrigeren Preise an den Tankstellen zu nutzen.
Preisentwicklung in Deutschland
Die durchschnittlichen Tagespreise für Kraftstoffe in Deutschland seit Jahresbeginn 2025 sind wie folgt:
- Super E5: 2,11 Euro
- Super E10: 2,32 Euro
- Diesel: 2,17 Euro
Diese Werte basieren auf Echtzeitdaten und können sich täglich ändern.
Reaktionen aus der Branche
Der ADAC bewertet die neue Regelung grundsätzlich positiv, äußert jedoch Bedenken, dass sie nicht zu einer Senkung der Preise führen könnte. Laut den Fachleuten des ADAC wird das neue System voraussichtlich keine signifikanten Veränderungen beim Preisniveau bewirken, sondern eher die Tagesverläufe der Preise beeinflussen. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie, der mehrere Mineralölkonzerne vertritt, sieht ebenfalls keine Vorteile für die Verbraucher und bezweifelt die Notwendigkeit der neuen Regelung.
Entwicklung der Spritpreise seit Kriegsbeginn
Seit dem Beginn des Iran-Kriegs am 27. Februar 2026 sind die Spritpreise erheblich gestiegen. An diesem Tag lag der Preis für einen Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt bei 1,778 Euro, während Diesel mit 1,746 Euro etwas günstiger war. Aktuelle Preisspitzen liegen mittlerweile bei 2,368 Euro für Diesel und 2,11 Euro für Super E10.
Weitere Maßnahmen der Bundesregierung
Die schwarz-rote Koalition prüft zusätzliche Maßnahmen, um die Verbraucher zu entlasten, falls der Iran-Krieg länger andauert und die Preise weiter steigen. Zu den möglichen Maßnahmen gehören:
- Temporäre Entlastung über die Pendlerpauschale
- Pauschalentlastung über die Kfz-Steuer
- Befristete Senkung der Energiesteuer
- Senkung der Stromsteuer für alle
- Spritpreisdeckel
- Einführung einer Übergewinnsteuer für kriegsbedingte Profite von Mineralölkonzernen
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Auswirkungen der steigenden Preise auf die Verbraucher zu minimieren und gleichzeitig den Wettbewerb auf dem Markt zu fördern.
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