Der Insolvenzgrund sind die erheblichen finanziellen Belastungen, die durch steigende Ausgaben in den Bereichen Rohstoffe und Personal entstanden sind.
Traditionsreicher Toilettenpapier-Hersteller in Insolvenzverfahren

Düsseldorf – Am 3. November 2026 hat die Jung Papier GmbH, ein traditionsreiches Unternehmen, das Toilettenpapier für verschiedene Marken herstellt, Insolvenz angemeldet. Diese Maßnahme ist bereits die zweite Insolvenzanmeldung des Familienbetriebs, der auf eine über 120-jährige Geschichte zurückblickt und nun vor einer ungewissen Zukunft steht.
Hintergründe der Insolvenzanmeldung
Der Insolvenzgrund sind die erheblichen finanziellen Belastungen, die durch steigende Ausgaben in den Bereichen Rohstoffe und Personal entstanden sind. Das Unternehmen, zuvor unter dem Namen Hakle bekannt, hat beim Amtsgericht Düsseldorf ein Verfahren zur Eigenverwaltung beantragt, welches bereits genehmigt wurde. Der Rechtsanwalt Dr. Christian Holzmann von Brinkmann & Partner wurde als vorläufiger Sachwalter eingesetzt.
Stimmen der Unternehmensführung
„Der Geschäftsbetrieb unseres Familienunternehmens läuft uneingeschränkt weiter“, sagte Geschäftsführer Volker Jung in einer offiziellen Mitteilung. „Die Eigenverwaltung ermöglicht es uns, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und die Gespräche mit potenziellen Investoren fortzuführen.“
Volker Jung leitet das Unternehmen seit 2019 und gründete 2023 die Jung Papier GmbH im Düsseldorfer Stadtteil Reisholz, wo seit 1905 Papier produziert wird.
Produktpalette und Umsatzentwicklung
Die Jung Papier GmbH stellt neben Toilettenpapier auch Küchenrollen, Gesichtstücher sowie feuchte Hygienepapiere für den europäischen Markt her. Zu den Marken gehören Clara, Lilla, Rosa und Camilla, sowie verschiedene Handelsmarken für Supermärkte und Drogerien. Im Geschäftsjahr 2025 wurde ein vorläufiger Umsatz von etwa 70 Millionen Euro erreicht, was 30 Millionen Euro unter den ursprünglichen Erwartungen lag.
Auswirkungen auf die Belegschaft
Die Insolvenz betrifft 155 Mitarbeiter, deren Löhne und Gehälter bis Januar 2027 durch das Insolvenzgeld gesichert sind. Dr. Holzmann betonte, dass die Suche nach einer Lösung mit Investoren in vollem Gange sei, mit dem Ziel, eine langfristige Perspektive für den Standort sowie die Belegschaft und Kunden zu schaffen.
Ein Blick in die Unternehmensgeschichte
Die Jung Papier GmbH etablierte die Marke „The Papermakers“, nachdem sie Teile des Betriebs der insolventen Hakle GmbH übernommen hatte. Kurzzeitig besaß die Jung Papier GmbH auch die Marke Hakle, jedoch wurden die Markenrechte im Rahmen der ersten Insolvenz an den italienischen Hersteller Sofidel veräußert. Bis 2024 wurden noch Hakle-Produkte in Düsseldorf gefertigt, bevor die italienische Firma die Marke vollständig übernahm.
Die neue Marke „The Papermakers“ konnte sich im Handel etablieren, doch reichten die Marktanteile und der Umsatz nicht aus, um eine erneute Insolvenz abzuwenden. Zusätzlicher Kostendruck und Überkapazitäten auf dem Markt belasteten das Unternehmen weiter.
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