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Trends ’26: Lust am Verpassen, Dopamin-Dekor, Kohlgemüse

Trends kommen, Trends gehen – so auch in diesem Jahr. Welches Essen ist nun angesagt, wohin reisen Hipster und wie streichen Trendsetter ihre Zimmerdecke? Ein Prognoseversuch.

Wie wärs mal mit Urlaub an einem ruhigen, ereignislosen Ort? (Symbolbild)
Foto: Clara Margais/dpa

Es wird viele von ihnen geben – klein und groß. Einige werden nur die jüngere Generation begeistern. Es wird auch einige geben, die sich noch nicht einmal ankündigen: Trends in diesem Jahr. Hier sind fünf vielversprechende Kandidaten, die derzeit entstehen oder bis 2026 bestehen bleiben könnten:

Mal etwas bewusst verpassen

Haben Sie noch Fomo (kurz für «Fear of Missing out»), also die Angst, etwas zu verpassen? Im Wandel der Lebensgefühle gibt es nun den Trend zur Freude am Verpassen. Die sogenannte Joy of Missing out (Jomo). Sie bedient verschiedene Aspekte, wie das Digitale Detox (Handy weglegen oder noch besser ausschalten) oder sich auch analog bewusste Auszeiten zu gönnen. 

Für das Reisemagazin «Merian» zelebriert Jomo als Reisetrend «das bewusste Verpassen und das aktive Nichtstun. Statt einer ereignisreichen Reiseroute suchen Urlauber gezielt reizarme Orte auf», wie eine abgelegene Hütte im Wald oder ein ruhiges Dorf am Meer. 

 

Ruhe und Frieden in Weiß

Wenig Aufregung, mehr Ruhe – dieses Wunsch-Lebensgefühl zeigt sich auch in anderen Trends. Weiß, ausgerechnet eine Nicht-Farbe, ist nach Ansicht der amerikanischen Farbinstitution Pantone die «Farbe des Jahres 2026». Genauer gesagt handelt es sich laut Pantone beim gewählten Farbton um ein «wogendes Weiß», das «ein leiser Hauch von Ruhe und Frieden in einer lauten Welt» sei. 

Seit etwa 25 Jahren lässt Pantone jedes Jahr Trendscouts gesellschaftliche Entwicklungen analysieren, um auf dieser Grundlage die Farbe des Jahres zu bestimmen. Obwohl Pantone nur eine von vielen Firmen ist, die Farbtrends ableiten, übernehmen viele Kreative weltweit gerade diese Wahl für ihre Mode, Einrichtung und verschiedene Produkte.

Aber auch die Trendexperten für das Farbsystem NCS gehen mit: Eine von vier als angesagt ausgewählte Farbpaletten des Unternehmens für 2026 und die Folgezeit besteht aus weichen Weiß-, Beige- und Brauntönen, betitelt mit «Quietude» für innere Ruhe. 

 

Dopamine Decor

Laut Trendexperten gibt es keinen Trend ohne Gegentrend. Dies gilt auch für die Einrichtung: Knallige Farben, süße Dekorationen und sogar Spielsachen im Regal sind schon lange vor dem Labubu-Hype von 2025 beliebt. „Cute“ ist das neue „Hygge“ – die geliebte Gemütlichkeit wird durch Niedliches ergänzt.

Bei der Entwicklung machen übrigens nicht nur die besonders jungen Trendsetter mit. Ganz speziell ruft Pinterest das Zirkus-Flair als einen Zuhause-Trend aus – «Boomern und Millennials sei Dank». Diese Generationen würden sich zumindest auf der Plattform besonders häufig über gestreifte Zimmerdecken, Zirkusdeko und Jahrmarkt-Vintage-Elemente informieren. 

Obwohl diese Nuance neu ist, ist die fröhliche Einrichtung ein Trend, der schon seit langem besteht. Beim Dopamine Decor geht es darum, ein positives Umfeld zu schaffen, das Glückshormone (Dopamin) freisetzt. Wie funktioniert das? Durch knallige Farbakzente, lustige und niedliche Stücke – alles, was das jeweilige Herz erfreut.

 

Trendgemüse Kohl

Wenn man derzeit in sozialen Plattformen nach dem Trendgemüse sucht, wird Kohl als der neue (alte) Star am Küchenhimmel bezeichnet. Laut den Pinterest-Analysen werden Essensinspirationen mit Kohl mit stark steigender Tendenz gesucht, auffallend oft etwa Kohlknödel, Sauerkraut oder Kohlrouladen-Suppe. Und wer es besonders fancy mag, probiert einen Kimchi-Martini.

Gemäß dem Verband Deutsches Obst und Gemüse isst jeder Deutsche im Jahr 8,5 Kilogramm Rot- oder Weißkohl – mit steigender Tendenz. Kohl ist preiswert, lokal und reich an Vitaminen.

 

Parfum-Layering

„Ein wachsender Trend in der Beauty-Szene ist das sogenannte Parfum-Layering. Dabei werden mehrere Düfte kombiniert, um einen ganz persönlichen sogenannten Signature-Duft zu kreieren, der die Persönlichkeit oder Stimmung des Trägers reflektiert.“

Influencer im Internet versuchen zu erklären, wie man sein eigenes Duftprofil erstellt. Dabei verwenden sie natürlich auch ihre eigenen Marken.

Das Modemagazin «Vogue» empfiehlt Experimentierfreude. Man müsse sich aber schon Gedanken machen und dürfe nicht alle Düfte übereinander sprühen, die man zu Hause habe. Schwerere Düfte seien vor den leichteren dran. 

 

Supermarkt-Safari und Gig-Tripping

Schon immer gehört der Supermarkt-Besuch zum Urlaubserlebnis vieler Menschen. Spätestens wenn etwas einen eigenen Namen erhält, darf man aber auch von einem Trend sprechen – voilà. Die «Supermarkt-Safari» ist laut Reisemagazin «Merian» einer der Trends 2026. 

Durch lokale Spezialitäten und unbekannte Geschmäcker lasse sich die Kultur eines Landes «hervorragend erleben». «Ob amerikanische Süßigkeiten, japanische Snackautomaten oder italienische Pasta-Regale – dieser Reisetrend verbindet kulinarische Neugier mit authentischen Einblicken», so Merian. 

Ein weiterer Reise- und Freizeittrend ist der «Event-Tourismus»: Der primäre Anlass für eine Reise ist nicht der Urlaub an sich, sondern eine Veranstaltung am Ort, etwa die Fußball-WM, ein Kunstevent oder ein Konzert. 

Oder es geht auf «Skillcation»: Es wird ausprobiert und gelernt – etwa das Töpfern in Marokko, Malen in Frankreich oder Kochen in Italien. 

Für «Lonely Planet» ist übrigens Belgrad als Europas «ultimativer Nachtspielplatz» ein Trendziel 2026. «Erkunde das legendäre Nachtleben» heißt es über die serbische Hauptstadt – ein Tipp, den es vor nicht allzu langer Zeit wohl eher noch bei der deutschen Hauptstadt Berlin gegeben hätte.

dpa