Donald Trumps jüngste Rede zur Wahlsicherheit wird durch eigene Dokumente widerlegt, die seine Behauptungen über Manipulationen entkräften. Während er Schutzmaßnahmen fordert, die er zuvor abgebaut hat, zeigen Berichte, dass die Integrität der Wahlen nicht ernsthaft gefährdet ist.
Trumps Betrugsbehauptungen widerlegt: Eigene Papiere zeigen die Gegenteilige auf

In einer aktuellen Rede äußerte Donald Trump seine Sorgen über die Sicherheit der Wahlen in den USA. Interessanterweise widersprechen die von ihm vorgelegten Unterlagen jedoch in vielen Aspekten seinen Aussagen.
Besorgnis über Wahlsicherheit in Trumps Ansprache
Während seiner Rede am Donnerstagabend, die eigentlich das Ziel verfolgte, das Vertrauen in die US-Wahlen zu festigen, widmete Trump den Großteil seiner Zeit dem Untergraben dieses Vertrauens. Er bekräftigte seine langjährige Behauptung, das Wahlsystem sei fehlerhaft und leicht manipulierbar, eine Sichtweise, die er seit 2016 immer wieder anführt.
„Unser Land leidet aufgrund großer Schäden“, erklärte Trump. „Unsere Wahlen sind anfällig für Betrug und Manipulation. Das Vertrauen der Amerikaner ist verloren gegangen, und das ist nicht akzeptabel.“
Belege zeigen keine ernsthaften Bedrohungen für Wahlergebnisse
Die von Trump präsentierten Dokumente, ebenso wie frühere Berichte der Geheimdienste, stützen seine weitreichenden Äußerungen zur Wahlsicherheit nicht. Tatsächlich belegen einige Unterlagen, dass signifikante Manipulationen der Wahlergebnisse kaum möglich sind.
Ein auf der Website des Weißen Hauses veröffentlichtes Dokument stellte fest:
„Wir gelangen zu dem Schluss, dass die Systeme zur Stimmenauszählung in einem so großen Ausmaß kaum manipuliert werden können, dass die Wahlergebnisse ernsthaft gefährdet würden.“
Forderung nach Schutzmaßnahmen, die er abgebaut hat
In seiner Rede appellierte Trump für den Ausbau von Schutzmaßnahmen, die er selbst in der Vergangenheit abgeschafft hatte. Dabei nannte er Sicherheitslücken in elektronischen Wahlverfahren und betonte, dass er „nie wieder Zeuge einer gestohlenen Wahl“ werden wolle. Er kritisierte den Zustand der Wahlen in vielen Bundesstaaten und versprach, mit den Bundesstaaten sowie lokalen Behörden zusammenzuarbeiten, um bekannte technische Sicherheitsdefizite vor den bevorstehenden Zwischenwahlen zu schließen.
In der ersten Hälfte seiner zweiten Amtszeit hatte Trump jedoch genau das Gegenteil getan: Er hatte bereits etablierte Schutzmechanismen abgebaut. So wurde die FBI-Sondereinheit gegen ausländische Einflussnahme aufgelöst, und die Arbeitsgruppe des nationalen Geheimdienstchefs zur Warnung vor ausländischen Eingriffen wurde stark verkleinert. Darüber hinaus wurde die Behörde für Cybersicherheit und Infrastruktursicherheit erheblich geschwächt.
Verdacht gegen China und den „Deep State“
Außerdem ernannte Trump einen Erben eines Wohnungsbau-Vermögens ohne einschlägige Erfahrung zum kommissarischen Geheimdienstchef. In seiner Rede übertrieb er diverse Vorwürfe bezüglich behaupteter Wählerbeeinflussungen bei der Wahl 2020. Er unterstellte, dass China in 18 Bundesstaaten die Daten von Millionen Wählern gekauft, gestohlen oder gehackt habe und sprach von einer Verschwörung des „Deep State“, um diese Informationen zu verbergen.
„Statt Alarm zu schlagen, haben die Verantwortlichen alles geheim gehalten und vertuscht“, sagte Trump und fügte hinzu, dass weder er als Präsident noch andere informiert wurden, und dass auch der Kongress nicht eingeweiht wurde.
Widerspruch von Geheimdienstmitarbeitern zu Trumps Behauptungen
Dokumente zeigen, dass unter Geheimdienstmitarbeitern eine intensive Debatte darüber stattfand, ob sie ihre Vorgesetzten über die Lage informieren sollten. Den US-Geheimdiensten und Kongressabgeordneten ist jedoch bewusst, dass China diese Wählerdaten erlangt hat. Diese Informationen sind oft öffentlich zugänglich und werden häufig von politischen Kampagnen erworben. Ehemalige Geheimdienstmitarbeiter betonten, dass China die Daten nicht zur Manipulation von Wahlergebnissen sammle, sondern um gezielte Einflusskampagnen zu entwickeln, die die Wählerwahrnehmung steuern.
Obwohl die Dokumente ein wachsendes Interesse seitens chinesischer Amtsträger an Einflussoperationen skizzieren, wird eingeräumt, dass China nie eine breit angelegte Initiative zur Untergrabung von Trumps Präsidentschaft unterstützt hat. Zudem verwies Trump auf einen Bericht über Venezuela, der angeblich belegen soll, dass das Land in der Lage sei, Wahlmaschinen erfolgreich zu manipulieren.
Fehlende Beweise laut Trump-Mitarbeitern
John Solomon, der die Taskforce für die Freigabe von Geheimdokumenten unter Trump leitet, erklärte, dass die Unterlagen der Geheimdienste keinerlei Beweise dafür liefern, dass bei den letzten drei Wahlen Stimmen in Wahlmaschinen verändert wurden. Die Kritik an den Ermittlungen des FBI und der Geheimdienste zur russischen Einflussnahme bei der Wahl 2016 ist seit jeher ein Lieblingsthema von Trump. Die Mehrheit der Geheimdienste bewertete die russische Kampagne gegen Joe Biden im Jahr 2020 als die schlagkräftigste.
Trumps Fokus auf Russland
In seiner Rede erwähnte Trump Russland jedoch kaum. Sein Hauptaugenmerk lag stattdessen auf den angeblichen chinesischen Bemühungen, sein Image zu schädigen. Trump verfolgt seit langem den Ansatz, Wladimir Putin als gleichwertigen Partner zu betrachten. Darüber hinaus treibt sein Justizministerium die Ermittlungen zu einer vermeintlichen „großen Verschwörung“ der Demokraten voran, die den Präsidenten mit Russland in Verbindung bringen sollte.
Trump deutete auf eine solche Verschwörung hin, als ihm Aktenvernichtungssäcke in den Sinn kamen, die zur Entsorgung nicht mehr benötigter Regierungsdokumente verwendet werden. Er wiederholte zudem seine Forderung nach Einschränkungen des Wahlrechts vor den anstehenden Zwischenwahlen.
Dringlichkeit eines umfassenden Wahlrechtsgesetzes
Seit Wochen setzt Trump den Kongress unter Druck, um ein umfassendes Wahlrechtsgesetz zu verabschieden. Dieses Gesetz soll die Briefwahl einschränken sowie den schriftlichen Nachweis der Staatsbürgerschaft und die Vorlage eines Lichtbildausweises für die Stimmabgabe verpflichtend machen. Mit einem Appell an den Kongress, die Vorlage trotz des Widerstands der Republikaner zu verabschieden, schloss Trump seine Rede.
„Um diese Krise der Wahlsicherheit zu bewältigen, muss der Kongress das SAVE-America-Gesetz verabschieden“, forderte Trump. „Der einzige Grund, warum man das nicht tun sollte, ist, weil man betrügen will. Weil eure Politik so schlecht und eure Kandidaten so erbärmlich sind.“
Unzureichende Thematisierung zukunftsweisender Aspekte
Die von Trump angesprochenen Probleme, wie die Vorwürfe ausländischer Einflusskampagnen oder mögliche Hackerangriffe auf lokale Wahlbehörden, stehen jedoch kaum im Zusammenhang mit den Maßnahmen des Gesetzesentwurfs. Sein mangelnder Fokus auf andere zukunftsweisende Themen zeigt deutlich, wie gering sein Interesse an den bevorstehenden Wahlen im Vergleich zu jenen ist, an denen er bereits beteiligt war.
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Quellen: Focus, Berliner Morgenpost
Bildquelle: Bildquelle: History in HD auf Unsplash







