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Ummigstalbrücke bei Siegburg: Geschichte und Legenden eines Lost Places

Die Ummigstalbrücke, die vor rund 100 Jahren erbaut wurde, ist heute eine Ruine und ein Lost Place, nachdem sie von den Nazis gesprengt wurde. Sie sollte ursprünglich die Region um Siegburg besser vernetzen, wurde jedoch nur 20 Jahre nach ihrer Fertigstellung zerstört.

Lost Place bei Köln: Ummigstalbrücke
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Die Ummigstalbrücke, die vor etwa 100 Jahren im Rahmen eines umfangreichen Bauprojekts im Siegtal errichtet wurde, ist heute als Lost Place bekannt. Ihre Geschichte ist von Zerstörung und Legenden geprägt.

Die Ruine der Ummigstalbrücke

Die Überreste der Brücke ragen eindrucksvoll aus einem Waldstück im Wahnbachtal hervor. Anstelle einer vollständigen Brücke sind nur noch zwei Pfeiler und ein kleiner Abschnitt des Brückendecks erhalten. Risse durchziehen den verbliebenen Teil, während der Ummigsbach träge das Tal entlang fließt. Auf der gegenüberliegenden Seite liegen massive Betonstücke zwischen umgestürzten Bäumen und moosbewachsenen Flächen, die von der wechselvollen Geschichte des Siegtals zeugen.

Ursprüngliche Absicht und Zerstörung

Die Ummigstalbrücke sollte ursprünglich die Region um Siegburg-Seligenthal beleben und besser vernetzen. Erste Pläne für eine Bahnlinie gab es bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts, doch erst nach dem Ersten Weltkrieg wurden diese konkreter. Aufgrund finanzieller Engpässe wurde jedoch keine Bahnstrecke realisiert, und die Verantwortlichen entschieden sich für den Bau einer Straße. Dieses Großprojekt stellte eine bedeutende Chance für die von Arbeitslosigkeit betroffene Region dar.

Bau der Wahnbachtalstraße

1925 begann der Bau der Wahnbachtalstraße, die zwei Jahre später fertiggestellt wurde. Diese Straße umfasste 21 Bachbrücken sowie zwei Brücken über das Ummigstal und das Derenbachtal, die verschiedene Täler miteinander verbanden. Zudem diente die Straße als Testfeld für unterschiedliche Fahrbahnbeläge wie Asphalt, Beton und Stein.

Die Sprengung der Brücke

Die Ummigstalbrücke sollte als Verbindungsstück fungieren, doch am 8. April 1945 sprengte die Wehrmacht zwei Brückenbögen während ihres Rückzugs vor den amerikanischen Truppen. Der verbliebene Teil der Brücke steht bis heute im Wahnbachtal. Aufgrund einer neuen Straßenführung wurde die Brücke nicht wieder aufgebaut.

Die Rückeroberung durch die Natur

Seit etwa 80 Jahren sorgt die Natur für den langsamen Verfall der Brücke. Die Zufahrtsstraße ist mittlerweile überwuchert, und Baumstümpfe blockieren den Zugang für Fahrzeuge. Die Ummigstalbrücke ist nur noch zu Fuß erreichbar, wobei der Weg von meterhohem Gestrüpp und einem „Durchfahrt verboten“-Schild gesäumt wird. Der Zutritt zur Brücke ist aufgrund des schlechten Zustands potenziell gefährlich.

Legenden um die Ummigstalbrücke

Mit der Zeit haben sich um die Ummigstalbrücke zwei hartnäckige Gerüchte entwickelt. Zum einen wird behauptet, dass während des Zweiten Weltkriegs geheime Rüstungsanlagen der Nazis im Berg an der Brücke unterhalten wurden. Weitaus grausamer ist die zweite Legende, die besagt, dass in den 1950er Jahren Unbekannte ein Auto samt Insassen über die Abbruchkante der Ruine geschoben haben sollen. Dieser Mordfall sei bis heute ungeklärt. Beide Behauptungen sind jedoch nicht bewiesen. Weitere Informationen zur Geschichte dieser Zeit finden Sie in dem Artikel über die Entschlüsselung von Familiengeschichten.


Quellen: t-online

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Ronny Winkler