Der Vater des Amokfahrers von Berlin berichtet, dass sein Sohn einer „Gehirnwäsche“ unterzogen wurde und die Familie vor dem Vorfall in Sorge war. Abdul B. lebte in einem schwierigen Umfeld und hatte keinen festen Job, was sein Verhalten möglicherweise beeinflusste.
Vater des Amokfahrers: Abdul könnte gezielt einer manipulativen Beeinflussung ausgesetzt gewesen sein

Wenige Stunden vor dem tödlichen Vorfall des Amokfahrers von Berlin äußerte der Vater von Abdul B. schwerwiegende Vorwürfe über die Umstände, die zu den tragischen Ereignissen führten.
Familienumfeld und Lebensweise von Abdul B.
Nach Angaben des Vaters lebte Abdul B. in der Nähe des Landwehrkanals im Berliner Stadtteil Tiergarten zusammen mit seiner Mutter und zwei seiner drei Schwestern. Bis zur zehnten Klasse besuchte er die Schule, fand anschließend jedoch keinen festen Arbeitsplatz. Gelegentlich war er als Sicherheitsmitarbeiter oder Fahrer tätig. Stattdessen verbrachte er viel Zeit damit, nachts am Handy oder vor dem Fernseher zu sitzen und schlief oft bis in den späten Nachmittag.
Vorwürfe des Vaters und seine Einschätzung
„Er wurde einer Gehirnwäsche unterzogen,“
äußerte sich der Vater von Abdul B. in einem Interview. Die Amokfahrt, die zu einer Toten und mindestens 29 Verletzten führte, ließ den Vater erschüttert zurück. Er betonte:
„Wir sind Schiiten. Wir unterstützen den Islamischen Staat (IS) nicht.“
Dennoch gab er an, dass sein Sohn eine Vorliebe für die sunnitische religiöse Ausrichtung hatte. Als er Abdul B. einmal nach seiner Meinung über den IS fragte, erklärte dieser, die Terrororganisation sei „schlecht“.
Reaktionen in der Familie
Die Schwestern von Abdul B. tragen Hidschab, sind jedoch nicht extrem religiös. Seit dem Vorfall sind sie in einem Zustand der Trauer und Verzweiflung.
„Seine Mutter dreht durch, auch ich habe nicht geschlafen und nichts gegessen, seit ich die Nachricht gehört habe,“
berichtete der Vater.
Letztes Gespräch und tragisches Ende
Das letzte Gespräch mit seinem Sohn fand am Samstag statt.
„Er hat mich angerufen und wir haben ganz normal gesprochen, wie jeden Tag. Er sagte, dass er mich vermisst und er sich wünschte, jetzt mit uns im Libanon zu sein,“
erzählte der Vater. Am Sonntagabend wurde Abdul B. in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau vom SEK erschossen. Der Schrebergarten, in dem er sich aufhielt, gehörte seinem Vater.
Gerichtliche Auseinandersetzungen
Abdul B. war monatelang in Untersuchungshaft, bevor er am 12. Mai vom Jugendschöffengericht am Amtsgericht Tiergarten verurteilt wurde. Die Strafe umfasste ein Jahr und zehn Monate für die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie für die Zuwiderhandlung gegen ein vollziehbares Verbot nach dem Vereinsgesetz. Diese Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig, da die Generalstaatsanwaltschaft Berufung eingelegt hat. Sie hatte eine höhere Strafe sowie die Aufrechterhaltung des Haftbefehls beantragt. In der Verhandlung zeigte sich Abdul B. überwiegend geständig und distanzierte sich vom IS.
Abdul B. stirbt bei Polizeieinsatz in Kleingarten nach CSD-Anschlag in Berlin
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Quellen: Focus








