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Warum ist das Wetter nachts noch so kalt? Es ist doch fast Mai | News

Trotz frühlingshafter Tage sorgt eine blockierte Großwetterlage für frostige Nächte in Deutschland. Meteorologen erklären die Ursachen für die anhaltenden Kältephasen und beleuchten die Auswirkungen auf die Natur.

Warum ist das Wetter nachts noch so kalt? Es ist doch fast Mai | News
KI-generiert

Obwohl der Mai vor der Tür steht, erleben wir weiterhin frostige Nächte.

Die kühlen Temperaturen zaubern Eiskristalle auf die ersten Frühblüher.

Amenda, Godau

25.04.2026 – 12:45 Uhr

Tagsüber erfreut uns der Frühling mit strahlendem Sonnenschein, doch nachts zeigt sich das Wetter von seiner frostigen Seite: Die Temperaturen fallen in den einstelligen Bereich, und Autofahrer müssen morgens teilweise die Scheiben kratzen. Die Gründe für die kalten April-Nächte sind klar.

Diplom-Meteorologe Dominik Jung erläutert:

„Die gegenwärtige Kältewelle hat eine eindeutige meteorologische Ursache: eine blockierte Großwetterlage. Anstelle der gewohnten milden Westwinde vom Atlantik befindet sich Deutschland momentan unter dem Einfluss einer starken nördlichen Strömung, die subpolare bis arktische Luftmassen direkt zu uns bringt.“

Laut Jung liegt das Blockadehoch westlich von Mitteleuropa, zwischen den Britischen Inseln, Island und Grönland.

Eisheilige kommen zu früh

Jung erklärt weiter:

„Da Hochdruckgebiete auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn rotieren, befindet sich Deutschland an der Ostflanke und somit genau in dem Bereich, wo die Luft von Norden nach Süden strömt. Diese Konstellation ist typisch für die Eisheiligen Mitte Mai. Wir bekommen sozusagen einen vorzeitigen Vorgeschmack.“

Eine Karte des Deutschen Wetterdienstes zeigt, dass es am Sonntagmorgen auf dem Brocken Minusgrade geben wird.

Einfluss des Blockadehochs

Durch das Blockadehoch kann keine milde Meeresluft nach Deutschland strömen. Selbst wenn die Sonne tagsüber für Wärme sorgt, bleibt die Kälte in der Nacht bestehen.

Wetterexperte Dr. Karsten Brandt sagt:

„Die kalte Luft kühlt den Boden aus, und der Frost ist da.“

Dies führt zu frostigen Nächten und sogar zu Schneefall. Brandt prognostiziert:

„Bis Dienstag bleibt es so.“

Laut dem Deutschen Wetterdienst ist nur das südliche Rheintal von den kalten Nachttemperaturen verschont.

Der April im Vergleich

Die frostigen Nächte trüben die Freude über den sonnigen April. Doch dieser ist eigentlich nicht besonders kalt. Jung erklärt:

„Im Vergleich zum alten Klimamittel von 1961 bis 1990 liegt er in Deutschland sogar rund 1,6 Grad über dem Soll.“

Im Vergleich zu den Jahren ab 1991 fällt er durchschnittlich aus. Nach den sommerlichen Tagen mit Temperaturen von bis zu 25 Grad Celsius überrascht der nächtliche Temperatursturz. Jung merkt an:

„Jeder Rückfall in normales Aprilwetter wirkt wie ein Kälteschock. Nicht der April ist außergewöhnlich kalt – außergewöhnlich ist nur, woran wir uns inzwischen gewöhnt haben.“

Ronny Winkler