Steffen Bilger, neuer Verkehrsminister, plant im Gespräch mit der Bahnchefin eine Überprüfung der Korridorsanierung. Er betont realistische Ziele für die Pünktlichkeit und schließt ein Tempolimit auf Autobahnen aus.
Warum Steffen Bilger die Korridorsanierung der Bahn in Frage stellt

Die Zukunft der Korridorsanierungen der Deutschen Bahn steht auf der Kippe, nachdem der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger, der am 28. Juli 2026 sein Amt antrat, erste kritische Anmerkungen zu den laufenden Projekten geäußert hat. Bilger kündigte an, noch am Donnerstag mit der Bahnchefin Evelyn Palla über die Pünktlichkeit und die Herausforderungen im Schienenverkehr zu sprechen.
Der CDU-Politiker Bilger betonte, dass er zu Beginn seiner Amtszeit keine überzogenen Versprechen abgeben möchte.
„Ich kann jetzt nicht als neuer Minister sagen, ich will einfach mehr, wenn es nicht möglich sein sollte“,
erklärte er im ntv Frühstart. Sein Ziel sei es, die Bahnfahrt zu einem positiven Erlebnis zu machen, doch er räumte ein, dass es auch positive Aspekte bei der Deutschen Bahn gebe:
„Ich finde, dass auch vieles gut ist an der Deutschen Bahn.“
Kritik an Korridorsanierungen
Bilger plant, das Konzept der Korridorsanierungen zu überprüfen.
„Stand jetzt muss ich feststellen, dass die Korridorsanierungen nicht das Ergebnis gebracht haben, das man sich erhofft hat“,
sagte er. Das Konzept habe in einigen Bereichen Fortschritte erzielt, müsse jedoch hinterfragt werden:
„Die Anzahl dieser Korridorsperrungen und auch die Auswirkung auf das gesamte Netz müssen wir uns sehr genau anschauen und dann auch eine neue Bewertung vornehmen.“
Bei den Korridorsanierungen werden Streckenabschnitte für mehrere Monate komplett gesperrt, um umfassende Sanierungen durchzuführen. Zuletzt war dies auf der Strecke Hamburg-Berlin der Fall.
Keine Tempolimits und Tankrabatte
Ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen schloss der neue Verkehrsminister aus.
„Ich bin mir sicher, dass in dieser Legislaturperiode kein Tempolimit kommen wird“,
sagte Bilger und betonte, dass er persönlich nichts von einer pauschalen Geschwindigkeitsbegrenzung halte.
„Wir haben in Deutschland die sichersten Autobahnen, wir haben weniger Verkehrstote als viele Länder in Europa, die Tempolimits haben.“
Trotz der hohen Spritpreise schloss Bilger einen erneuten Tankrabatt aus. Man habe den Rabatt bewusst nur für zwei Monate beschlossen, da er sehr teuer sei.
„Deswegen sind wir uns einig in der Bundesregierung, dass wir dieses Instrument nicht noch einmal machen können.“
Er erkenne jedoch die Belastung von Pendlern sowie von Bus- und Logistikunternehmen an. Vor allem aufgrund der geopolitischen Lage im Nahen Osten seien weitere Maßnahmen nicht ausgeschlossen, so Bilger.
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Quellen: n-tv, tagesschau
Bildquelle: Bastian Riccardi auf Pexels








