Eine aktuelle Studie zeigt, dass Bakterien im Schulstaub mit einer leicht eingeschränkten Lungenfunktion von Kindern in Verbindung stehen. Die Ergebnisse der Untersuchung aus 22 europäischen Ländern werfen Fragen zur Luftqualität in Klassenzimmern auf.
Wie Mikroben im Klassenzimmerstaub die Lungen von Kindern beeinträchtigen können

Studie zeigt bedenkliche Zusammenhänge zwischen Schulstaub und Lungenfunktion
Am 7. September 2026 wurde auf einem Kongress der European Respiratory Society (ERS) in Barcelona eine alarmierende Studie präsentiert. Diese Untersuchung legt nahe, dass bestimmte Mikroben im Staub von Klassenzimmern mit einer leicht verminderten Lungenfunktion bei Kindern in Verbindung stehen. Kinder, die regelmäßig in Räumen mit höheren Konzentrationen dieser Bakterien lernen, zeigen bei Lungenfunktionstests signifikant niedrigere Werte. Bisher wurde die Analyse jedoch nicht unabhängig in einem Fachjournal veröffentlicht.
Forschungsansatz und Methodik
Unter der Leitung von Biostatistiker Soutrik Banerjee von der Universität Ferrara in Italien analysierte das Forschungsteam Daten aus der “Sinphonie”-Studie, die Informationen aus 22 europäischen Ländern und rund 300 Klassenzimmern umfasst. In der Untersuchung wurden Bakteriengruppen wie Streptomyces und Mycobacterium erfasst. Die Lungenfunktion der Kinder wurde durch Spirometrie gemessen, eine Methode, bei der die Probanden tief einatmen und dann kräftig in ein Messgerät ausatmen, um Rückschlüsse auf die Atemwege und das Lungenvolumen zu ziehen.
Einflussfaktoren und mögliche Auswirkungen
Die Wissenschaftler berücksichtigten bei ihrer Analyse verschiedene Einflussfaktoren, darunter Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, Passivrauchen, Tierallergene, sozioökonomische Faktoren, das Alter der Schulgebäude, die Region und die örtliche Luftverschmutzung. Obwohl die beobachteten Einbußen in der Lungenfunktion für das einzelne Kind als gering eingestuft werden, könnten sie in der Gesamtbevölkerung von erheblichem Bedeutung sein. Banerjee betont: “Kinder sind wöchentlich der Schulumgebung ausgesetzt, und eine leichte bis mäßige Verringerung der Lungenfunktion kann eventuell langfristig zu vermeidbaren Lungenerkrankungen führen.”
Mechanismen der Beeinträchtigung
Die Forscher vermuten, dass der Staub möglicherweise die Atemwege direkt irritiert oder Immun- und Entzündungsprozesse in Gang setzt. Es ist jedoch auch möglich, dass die Bakterien lediglich Hinweise auf ungünstige Bedingungen im Klassenzimmer geben, wie beispielsweise Feuchtigkeit, Lüftungszustände, Reinigungspraktiken oder Staub, der von außen hereingetragen wird. Banerjee erklärte: “Die Bakterien könnten entweder direkt biologisch wirken oder Indikatoren für andere Luftqualitätsfaktoren darstellen, die die Lungenfunktion beeinflussen.”
Empfehlungen zur Verbesserung der Raumluftqualität
Alexander Möller, Professor für pädiatrische Pneumologie am Universitäts-Kinderspital Zürich und nicht an der Studie beteiligt, äußerte sich zu den Ergebnissen. Er betont, dass die Aussage nicht darauf abzielt, Schulen in sterile Umgebungen zu verwandeln. Vielmehr sollte der Fokus auf einer guten Luftqualität in Schulen liegen, die durch ausreichende Belüftung, Bekämpfung von Feuchtigkeit und Schimmel, regelmäßige Reinigung und ordnungsgemäße Gebäudeinstandhaltung erreicht werden kann. Seiner Meinung nach seien Investitionen in diese Bereiche sinnvoll und notwendig.
Raumluft in Schulen während der Pandemie
Die Diskussion über die Luftqualität in Klassenzimmern gewann während der Corona-Pandemie an Bedeutung. Das Umweltbundesamt (UBA) empfahl, auch im Winter regelmäßig zu lüften, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Neben der Förderung von festen Lüftungsanlagen wurde auch auf die Wirksamkeit mobiler Luftreiniger hingewiesen. Allerdings wurde festgestellt, dass viele Schulen nach wie vor auf Fensterlüftung angewiesen sind, was in einer UBA-Analyse, die im Mai vorgestellt wurde, bestätigt wurde.
Aktuelle Situation der Lüftungsanlagen in Schulen
Obwohl seit 2020 mehr fest installierte Lüftungsanlagen an Schulen nachgerüstet wurden, bleibt der Großteil der Schulgebäude in Deutschland ohne diese technischen Einrichtungen. Im Vergleich dazu sind in den Niederlanden CO2-Messgeräte für Klassenräume vorgeschrieben, während Frankreich spezifischere Vorgaben zur Luftqualität hat. Ein systematisches Monitoring der Raumluft ist in Deutschland ebenfalls kaum verbreitet.
Quellen: n-tv
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.








