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Wieviel Sicherheit bietet das KRITIS-Gesetz für unsere kritische Infrastruktur?

Nach einer Welle von Sabotageakten auf die kritische Infrastruktur in Deutschland wird das neue KRITIS-Gesetz diskutiert. Experten analysieren, wie effektiv die Maßnahmen zur Sicherung von Energie, Transport und Telekommunikation sind.

Zunehmende Angriffe auf kritische Infrastruktur: Sicherheitsmaßnahmen im Fokus
Shutterstpck / Volodymyr TVERDOKHLIB

In diesem Jahr wurden bereits 165 mutmaßliche Sabotageakte auf die kritische Infrastruktur in Deutschland registriert, wie aus einer Analyse des Bundeskriminalamts (BKA) hervorgeht. Diese Zahlen, die Angriffe auf Stromleitungen, Bahntrassen sowie Cyber- und Drohnenangriffe umfassen, verdeutlichen die wachsende Bedrohungslage. Die Vorfälle, die sich von Leipzig bis Dormagen erstrecken, haben eine Debatte über die Widerstandsfähigkeit der Infrastruktur und die notwendigen staatlichen Reaktionen ausgelöst.

Was zählt zur kritischen Infrastruktur (KRITIS)?

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe definiert kritische Infrastrukturen (KRITIS) als Einrichtungen, deren Ausfall oder Beeinträchtigung zu erheblichen Versorgungsengpässen oder dramatischen Folgen führen könnte. Zu diesen Bereichen zählen:

  • Energie
  • Wasser
  • Telekommunikation
  • Transport und Verkehr
  • Finanz- und Versicherungswesen
  • Öffentliche Verwaltung
  • Gesundheitswesen
  • Ernährung
  • Trinkwasser
  • Abwasser
  • Abfallentsorgung
  • IT
  • Weltraum

Sabotageakte: Wo wurden Stromnetze und Flughäfen angegriffen?

Der versuchte Drohnenangriff auf dem Flughafen Halle/Leipzig im August 2026 ist einer der bekanntesten Vorfälle der letzten Wochen. Ein Mitarbeiter entdeckte eine Drohne mit Sprengstoff und Zündtechnik. Die Bundesregierung macht Russland für diesen Angriff verantwortlich.

Im September kam es zu weiteren Vorfällen an Umspannwerken:

  • Am 3. September wurde in Dormagen eine Abschussvorrichtung an einem Umspannwerk entdeckt, was die Polizei auf einen Sabotageakt schließen lässt.
  • In Bergheim, westlich von Köln, gab es ebenfalls einen Anschlag auf ein Umspannwerk, der als verfassungsfeindliche Sabotage eingestuft wird.
  • Am 2. September wurden in Jänschwalde in Brandenburg Sprengvorrichtungen und Pyrotechnik gefunden, wobei der Innenminister von „fremden Mächten“ spricht.
  • In Ganderkesee im Landkreis Oldenburg wird derzeit ebenfalls ermittelt, die Hintergründe sind jedoch noch unklar.

Im Gegensatz zu diesen Vorfällen kam es bei einem mutmaßlichen Anschlag in Berlin im Januar 2026 zu erheblichen Auswirkungen: Linksextreme Täter kappten Starkstromleitungen, was rund 45.000 Haushalte, Geschäfte, Firmen sowie Krankenhäuser und Pflegeheime tagelang ohne Strom ließ. Die Täter bekannten sich zu dem Anschlag.

KRITIS-Dachgesetz & Drohnenabwehr: So schützt der Staat

Ein vollständiger Schutz der kritischen Infrastruktur ist aufgrund der Vielzahl an Umspannwerken in Deutschland nicht realisierbar. Daher konzentrieren sich die Maßnahmen nicht nur auf Prävention, sondern auch auf die Schaffung alternativer Versorgungswege, um die Widerstandsfähigkeit des Systems zu erhöhen.

Das KRITIS-Dachgesetz trat am 17. März 2026 in Kraft und soll die Widerstandsfähigkeit von Anlagen und IT-Systemen stärken. Unternehmen in Bereichen wie Energieversorgung und Gesundheitswesen sind nun verpflichtet, strengere Sicherheitskonzepte und Notfallpläne zu entwickeln.

Zusätzlich wurde das Luftsicherheitsgesetz geändert, sodass die Bundeswehr auf Anordnung der Polizei Drohnen abschießen darf. Um der steigenden Zahl von Drohnenangriffen zu begegnen, hat die Bundespolizei bereits eine spezialisierte Einheit zur Drohnenabwehr eingerichtet.

Kritik am KRITIS-Dachgesetz: Sicherheitslücken und Herausforderungen

Knapp ein halbes Jahr nach Inkrafttreten des KRITIS-Dachgesetzes gibt es erhebliche Kritik. IT-Sicherheitsexperte Manuel Atug bezeichnet das Gesetz als weitgehend unzureichend, da entscheidende Rechtsverordnungen fehlen, die konkret festlegen, was Betreiber kritischer Infrastruktur tun müssen.

Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Energiebetreiber, sieht strenge Datenschutzbedingungen als Hindernis für eine effektive Überwachung. Er fordert zudem, den Einsatz eigener Drohnen zu ermöglichen und gegebenenfalls auch fremde Drohnen abschießen zu dürfen.

Atug plädiert für mehr präventive Maßnahmen wie Schutzzäune und Zugangskontrollen. Zudem könnten, ähnlich wie in der Ukraine, Käfige um Umspannwerke errichtet werden, um diese besser zu schützen.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) steht nun in der Verantwortung, neue Befugnisse für die Drohnenabwehr und weitere Schutzmaßnahmen zu erarbeiten.

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Quellen: deutschlandfunk, tagesschau, rbb24

Bildquelle: Shutterstpck / Volodymyr TVERDOKHLIB

Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.

Ronny Winkler