In einer großangelegten Razzia hat die Staatsanwaltschaft die Zentrale der Deutschen Bank durchsucht. Im Fokus stehen zehn ehemalige Führungskräfte der Postbank, die verdächtigt werden, Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Cum-Cum-Geschäften begangen zu haben.
Zehn frühere Top-Manager der Deutschen Bank ins Steuernetz der Ermittler geraten

Ermittlungen gegen ehemalige Führungskräfte der Deutschen Bank
Am frühen Morgen durchsuchten rund 70 Ermittler von Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. Diese Maßnahmen stehen im Kontext von Ermittlungen, die den Verdacht auf Steuerhinterziehung insbesondere im Zusammenhang mit Cum-Cum-Geschäften betreffen.
Koordiniert wird die Durchsuchung von der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf. Vor Ort berichteten Journalisten, dass verschiedene Ermittlergruppen in das Gebäude gelangten. Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen Geschäfte, die als „Riesling“ bekannt sind, sowie die Cum-Cum-Deals der Postbank, die 2009 von der Deutschen Bank übernommen wurde. Die Deutsche Bank weist jedoch darauf hin, dass sich die Ermittlungen auf Transaktionen der Postbank aus den Jahren 2008 bis 2010 beziehen, als diese noch nicht vollständig in die Deutsche Bank integriert war. In diesem Zusammenhang wird die Deutsche Bank als dritte Partei betrachtet und steht nicht im Zentrum der Ermittlungen.
Vorwürfe gegen frühere Topmanager
Nach Informationen stehen zehn ehemalige Führungskräfte der Postbank im Fokus der Ermittlungen. Unter ihnen ist auch ein Banker, der vor zwei Jahren in die obere Führungsebene der Deutschen Bank aufstieg. Ihnen wird gemeinschaftliche Steuerhinterziehung vorgeworfen, insbesondere die Einreichung falscher oder unvollständiger Körperschaftssteuererklärungen durch die Postbank. Die Ermittler schätzen den finanziellen Schaden für den Fiskus auf rund 350 Millionen Euro.
Einblick in Cum-Cum-Geschäfte
Cum-Cum-Geschäfte zeichnen sich durch das zeitweise Hin- und Herschieben von Aktien deutscher Unternehmen rund um den Dividendenstichtag aus, um die Steuerlast bei der Kapitalertragsteuer zu reduzieren. Solche Praktiken ermöglichen es Banken, Steuervorteile für ausländische Aktionäre deutscher Aktien zu schaffen. Obwohl diese Geschäfte nicht grundsätzlich illegal sind, werden sie von Richtern und Ermittlern zunehmend kritisch betrachtet.
Frühere Ermittlungen und Verdacht auf Geldwäsche
Im Januar dieses Jahres hatte das Bundeskriminalamt (BKA) bereits eine Razzia an mehreren Standorten in Frankfurt und Berlin durchgeführt. Diese richtete sich gegen den Verdacht von verspäteten Geldwäsche-Verdachtsmeldungen und stand unter anderem im Zusammenhang mit dem russischen Oligarchen Roman Abramowitsch.
Die aktuellen Entwicklungen verdeutlichen die Komplexität und die oft umstrittenen Finanzpraktiken im Bankensektor sowie die damit verbundenen rechtlichen Herausforderungen.
Quellen: Bild, t-online
Bildquelle: Masood Aslami auf Pexels







