Die Generalkonferenz für Maß und Gewicht in Paris hat am Donnerstag entschieden, die Schaltsekunde zum 20. Mai 2027 abzuschaffen. Damit wird die bisherige Praxis, die koordinierte Weltzeit (UTC) mit der Erdrotation zu synchronisieren, grundlegend reformiert.
Zukunft der Zeitmessung: Schaltsekunde wird durch Schaltstunde ersetzt

Die Generalkonferenz für Maß und Gewicht in Paris hat am Donnerstag entschieden, die Schaltsekunde zum 20. Mai 2027 abzuschaffen. Damit wird die bisherige Praxis, die koordinierte Weltzeit (UTC) mit der Erdrotation zu synchronisieren, grundlegend reformiert. Zukünftig sind anstelle von Schaltsekunden Schaltstunden vorgesehen, wobei Experten schätzen, dass es mehr als 1.000 Jahre dauern könnte, bis eine solche Schaltstunde wirklich benötigt wird.
Die Einführung der Schaltsekunde erfolgte 1972, um die Präzision der von Atomuhren bestimmten UTC mit der weniger genau getakteten Erdrotation (UT1) abzugleichen. Bei einer Abweichung von 0,9 Sekunden wurde an den letzten Tagen im Juni oder Dezember eine zusätzliche Sekunde hinzugefügt, was insgesamt 27 Mal geschah. Die letzte dieser Ergänzungen fand Ende 2016 statt.
Entwicklung der Erdrotation und ihre Auswirkungen
In den letzten Jahren hat sich jedoch ein Trend abgezeichnet: Seit Beginn des Jahrzehnts ist die durchschnittliche Dauer einer Erdrotation nicht länger als 86.400 Atomsekunden, sondern kürzer. Dies könnte möglicherweise eine negative Schaltsekunde erforderlich machen, auf die jedoch technische Systeme nicht vorbereitet sind. Experten schätzen, dass die Wahrscheinlichkeit, bis 2035 eine negative Schaltsekunde einführen zu müssen, bei 30 Prozent liegt.
Einfluss der Technologie auf die Zeitmessung
Einflussreiche Akteure der Technologiebranche setzen sich seit einiger Zeit für die Abschaffung der Schaltsekunden ein, um potenzielle Abstürze technischer Systeme zu vermeiden. Die 27. Generalkonferenz für Maß und Gewicht hat daher 2022 beschlossen, gemeinsam mit der Internationalen Fernmeldeunion und weiteren Beteiligten zu beraten, wie die zulässige Abweichung bis spätestens 2035 erhöht werden kann. Die Diskussionen führten zu einer drastischen Maßnahme: Zukünftig dürfen UTC und UT1 bis zu einer Stunde abweichen.
- Erst ab einer Differenz von 3.600 Sekunden wird eine Schaltstunde eingeführt.
- Experten gehen davon aus, dass mehr als 1.000 Jahre vergehen werden, bis diese Maßnahme nötig ist.
Argumente für die neue Regelung
Ein zentrales Argument für die Einführung von Schaltstunden anstelle von Schaltsekunden ist, dass viele Länder bereits Zeitzonen nutzen, die mehr als eine Stunde von der wahren Sonnenzeit abweichen. Der Trend zu ganzjährigen Sommerzeitzonen hat diese Diskrepanz noch verstärkt, sodass die Schwankungen in der Erdrotation weniger bedeutend erscheinen.
Zusätzlich haben verschiedene technische Systeme die Schaltsekunden unterschiedlich implementiert. Beispielsweise ignorieren die Uhren von GPS-Satelliten Schaltsekunden und sind somit der UTC um 18 Sekunden voraus, während GLONASS diese direkt in ihre Zeitgeber integriert.
Mit dieser neuen Regelung wird Programmierern hoffentlich die Sorge um fehlerhafte Schaltsekundenbefehle genommen, die in der Vergangenheit zu Problemen geführt haben.
Quellen: heise, Die Zeit
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.








