Anwohner im Kölner Süden berichten von erhöhtem Fluglärm, was auf veränderte Windverhältnisse zurückzuführen ist. Der Flughafen Köln/Bonn hat jedoch keine neuen An- oder Abflugverfahren eingeführt.
Zunahme des Fluglärms über Kölner Stadtteilen: Ursachen und Hintergründe

Im Kölner Süden berichten Anwohner seit einigen Wochen von einem erhöhten Fluglärm. Diese Wahrnehmung ist nicht unbegründet, da die Anzahl der hörbaren Flugzeuge tatsächlich gestiegen ist.
Besonders in den Stadtteilen Rodenkirchen, Raderberg und Zollstock haben Bewohner den Eindruck, dass der Flughafen näher gerückt ist. Die Flugzeuge sind nicht nur lauter, sondern fliegen auch in einer niedrigeren Höhe über den Rhein. Die Erklärung des Flughafens Köln/Bonn ist jedoch einfach und beruhigend: Es gibt keine neuen An- oder Abflugverfahren oder eine Erhöhung der Flugfrequenzen.
Die Veränderungen im Fluglärm sind vielmehr auf die aktuellen Wetterbedingungen zurückzuführen. Die Richtung, aus der der Wind weht, beeinflusst maßgeblich die Start- und Landerichtung der Flugzeuge. In den letzten Wochen wehte der Wind aus Nord und Nordwest, was zu häufigeren Starts in Richtung Köln führte.
Die Flugzeuge nehmen dabei zunächst Kurs über Rath-Heumar, bevor sie entweder nach Osten oder Westen abdrehen, was auch den Kölner Süden betrifft. Die Überquerung des Rheins erfolgt in der Regel auf Höhe der Rodenkirchener Brücke, was für die Anwohner dort deutlich hörbar ist.
Flugrouten und Lärmschutzmaßnahmen
Die Flugrouten, auch als „Flugverfahren“ bezeichnet, werden nicht vom Flughafen selbst, sondern von der Deutschen Flugsicherung (DFS) festgelegt. Die letzte wesentliche Änderung dieser Verfahren fand Ende der 1990er Jahre statt. Die DFS ist an Vorgaben von Bund, EU und der internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO gebunden und muss dabei verschiedene Faktoren wie Sicherheit, Effizienz und Lärmschutz berücksichtigen.
Am Flughafen Köln/Bonn sind die Flugverfahren so gestaltet, dass eine breite Streuung der Flüge erfolgt, um eine großflächige Lärmbelastung zu vermeiden. Die Abflugrouten sind als „Minimum Noise Routings“ klassifiziert, um das Überfliegen von Wohngebieten zu minimieren.
Einfluss von Wetterbedingungen auf den Fluglärm
Zusätzlich zu den Windverhältnissen gibt es auch andere wetterbedingte Faktoren, die den Fluglärm beeinflussen können. Bei Inversionswetterlagen, in denen wärmere Luftschichten über kühleren liegen, kann sich der Schall stärker ausbreiten. Dies führt dazu, dass Flugzeuge lauter erscheinen, obwohl sie die gleiche Route wie gewohnt fliegen.
In der Zeit zwischen 22 und 6 Uhr gelten am Flughafen Köln/Bonn strengere Regelungen. Während dieser Stunden sind die Startbahnen eingeschränkt nutzbar. Die Querwindbahn darf nicht aus Westen angeflogen oder in Richtung Westen verlassen werden, und Starts auf der kleinen Parallelbahn sowie Landungen von Kölner Seite sind untersagt.
Nachts dürfen nur Flugzeuge starten, die auf einer speziellen Liste des Bundesverkehrsministeriums stehen, die besonders leise Modelle umfasst. Der Flughafen bietet zudem finanzielle Anreize, um Flüge aus den Nachtstunden in die Tageszeiten zu verlagern.
Quellen: t-online
Bildquelle: KI generiert








