Eine Studie des Bündnisses gegen Cybermobbing verdeutlicht die alarmierende Lage: Jeder fünfte Schüler ist im Internet mit Hass, Beleidigungen und Ausgrenzung konfrontiert. Aktuell sind es 20,7 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die von Cybermobbing betroffen sind.
Zunehmendes Cybermobbing unter Schülern: Alarmierende Studie zeigt dramatische Zahlen

Karlsruhe. Eine Studie des Bündnisses gegen Cybermobbing verdeutlicht die alarmierende Lage: Jeder fünfte Schüler ist im Internet mit Hass, Beleidigungen und Ausgrenzung konfrontiert. Aktuell sind es 20,7 Prozent der Kinder und Jugendlichen, die von Cybermobbing betroffen sind. Diese Zahl stellt einen signifikanten Anstieg dar, denn 2024 waren es noch 18,5 Prozent, während im Jahr 2017 lediglich 12,7 Prozent betroffenen waren. Insgesamt sind mittlerweile fast 2,4 Millionen Jugendliche in Deutschland betroffen.
Lehrkräfte und deren Wahrnehmung
Im Rahmen der „Cyberlife VI“-Studie, die dieses Jahr durchgeführt wurde, wurden 716 Lehrer, 4525 Schüler und 1113 Eltern befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass 70 Prozent der Lehrkräfte bereits mit dem Thema Cybermobbing in Berührung gekommen sind. Besonders alarmierend ist, dass die Täter meist aus dem direkten Umfeld der Opfer stammen. 70 Prozent der betroffenen Kinder gaben an, dass die Angreifer aus ihrer eigenen Klasse kommen. Darüber hinaus kennen 71 Prozent der Opfer die Personen, die sie online angreifen.
Warnung vor wachsendem Problem
Uwe Leest, Vorstandsvorsitzender des Bündnisses gegen Cybermobbing, weist darauf hin, dass Cybermobbing ein kontinuierlich wachsendes Problem in Schulen und im sozialen Umfeld von Kindern darstellt. „Pädagogen fühlen sich zunehmend überfordert bei der Bewältigung dieser Thematik“, sagte Leest.
Dramatische Auswirkungen
Die Studie hebt hervor, dass die neue technologische und psychologische Dynamik besorgniserregend ist. Angriffe enden nicht mehr auf dem Schulhof, sondern verfolgen die Betroffenen bis in ihre eigenen vier Wände und das rund um die Uhr. Zudem ermöglichen Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz die Erstellung täuschend echter Fake-Profile oder Deepfakes, wodurch es Tätern erleichtert wird, anonym zu agieren. Cybermobbing hat massive Auswirkungen auf die Opfer, die unter starken Ängsten, Depressionen, sozialem Rückzug und einem dramatischen Rückgang ihrer schulischen Leistungen leiden.
Forderungen der Eltern
76 Prozent der befragten Eltern plädieren für eine Altersgrenze bei sozialen Medien. Bei den Lehrkräften sind es sogar 81 Prozent, die eine Altersgrenze ab 16 Jahren für die Nutzung von sozialen Medien unterstützen. Das Bündnis gegen Cybermobbing äußert jedoch Bedenken gegenüber einer solchen pauschalen Regelung, wie Leest anmerkt.
Quellen: Bild
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