Die Operationen gegen Verstecke im Süden Syriens stellen laut den jordanischen Streitkräften eine Vergeltung für ein vorangegangenes Attentat dar.
9 Tote nach Kirchenanschlag: Jordanische Luftwaffe bombardiert IS-Ziele in Syrien

Rund 20 getötete Milizionäre und ein vernichtetes Waffenlager meldet die jordanische Führung nach Luftangriffen im Nachbarland Syrien. Regierungssprecher Mohammad al-Momani erklärte, die Schläge hätten Stellungen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) getroffen. Neben den getöteten Extremisten gebe es Verletzte. Auf der anderen Seite der Grenze beziffern syrische Behörden die Verluste abweichend: Acht Menschen seien bei den Militäraktionen getötet worden, darunter mindestens drei Kinder. Zudem gebe es mehrere Verletzte. Eine unabhängige Bestätigung der Angaben steht bislang aus.
Militärische Vergeltung und diplomatischer Bruch
Die Operationen gegen Verstecke im Süden Syriens stellen laut den jordanischen Streitkräften eine Vergeltung für ein vorangegangenes Attentat dar. Die mutmaßlichen Täter sollen direkte Verbindungen zu den nun attackierten Gruppen unterhalten haben. Die zentralen Eckdaten im Überblick:
- Opferbilanz in Syrien: Acht getötete Personen laut Damaskus sowie schätzungsweise 20 getötete IS-Mitglieder laut Amman.
- Grenzschließung: Vollständige Sperrung des Übergangs Nassib beziehungsweise Dschaber für Personen- und Güterverkehr in beide Richtungen.
- Konflikt um Autorisierung: Amman deklariert eine bilaterale Koordination, Damaskus bestreitet jede vorherige Abstimmung.
Massaker an Trauergemeinde in Hammud
Auslöser der Militäraktion war ein blutiges Verbrechen am vergangenen Freitag. Bewaffnete Männer stürmten in der südjordanischen Provinz Karak die griechisch-orthodoxe St.-Georgs-Kirche im Ort Hammud während einer Trauerfeier und töteten neun Menschen. König Abdullah II. kündigte den Attentätern daraufhin unverzüglich Vergeltung an. Sicherheitskräfte nahmen gestern bereits drei Verdächtige fest.
Widersprüchliche Angaben und regionale Spannungen
Während jordanische Stellen betonen, die Angriffe seien im Einvernehmen mit Damaskus erfolgt, wies die syrische Führung dies vehement zurück. Die staatliche Nachrichtenagentur meldete unter Berufung auf Regierungskreise, der Einsatz sei nicht vorab autorisiert worden. Man stehe jedoch im Austausch mit Amman:
„Um die Lage zu erörtern.“
Als Reaktion setzte die syrische Grenz- und Zollbehörde den Verkehr am Grenzübergang Nassib – jordanischerseits als Dschaber bekannt – komplett aus. Die grenzüberschreitenden Schläge treffen auf eine ohnehin angespannte Lage, nachdem US-Präsident Trump und Israels Premier Netanjahu auf einen Durchmarsch im Iran-Krieg gesetzt hatten.
Quellen: tagesschau
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