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Eskalation im Ukraine-Konflikt: Was passiert nach Selenskyjs Ultimatum an Belarus?

Der Druck auf Belarus steigt: Wolodymyr Selenskyj setzt Alexander Lukaschenko ein Ultimatum zur Abrüstung, das am Freitag abläuft. Eine mögliche Eskalation des Konflikts rückt näher.

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Selenskyjs Ultimatum läuft ab: Greift die Ukraine am Samstag Belarus an?
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Vier Tage verbleiben bis zum Ablauf des Ultimatums, das Wolodymyr Selenskyj an Alexander Lukaschenko gerichtet hat. Der ukrainische Präsident fordert den belarussischen Machthaber auf, vier Signalverstärker in Belarus abzubauen, die Russland zur Steuerung von Drohnenangriffen auf ukrainische Ziele nutzt. Die Frist endet am Freitagabend und könnte eine neue Eskalationsstufe im Konflikt zwischen der Ukraine und Russland einläuten.

Hintergrund des Ultimatums

Alexander Lukaschenko hatte zuvor beide Konfliktparteien dazu aufgerufen, den Krieg zu beenden, und bezeichnete einen militärischen Sieg als unrealistisch. Auch versicherte er, dass die Ukraine von Belarus keine Bedrohung auszugehen habe. Zudem entschuldigte er sich bei Selenskyj, falls dieser sich durch seine Äußerungen verletzt fühlte, was auf eine gewisse Nervosität hindeutet.

Reaktionen Selenskyjs

„Sein ‚Ich entschuldige mich‘ kann er sich sparen, das funktioniert seit Kriegsbeginn nicht mehr“, erklärte Selenskyj. Er stellte klar, dass er konkrete Maßnahmen fordere und kündigte an: „Wenn sie die Signalverstärker nicht abschalten, werden wir es tun, Punkt.“

Mit dieser klaren Ansage möchte Selenskyj Druck auf Lukaschenko ausüben. Es bleibt jedoch unklar, ob die Ukraine tatsächlich bereit ist, militärische Aktionen gegen belarussische Ziele zu starten.

Militärische Möglichkeiten der Ukraine

Fachleute sind sich einig, dass die ukrainischen Streitkräfte in der Lage sind, solche Operationen durchzuführen. Alexander Friedman, ein Experte für Osteuropa, betont: „Die ukrainische Armee hat in den letzten Wochen eindrucksvoll bewiesen, was sie kann.“ Die Möglichkeit, dass die Ukraine gezielte Angriffe auf diese Anlagen in Belarus ausführen könnte, wird nicht ausgeschlossen. Dennoch gibt es Bedenken, dass ein solcher Schritt zu einer weiteren Eskalation des Konflikts führen könnte.

Strategien und Ziele

Laut Jaroslaw Tschornohor, Sonderbotschafter des ukrainischen Außenministeriums, könnte das Hauptziel der Ukraine darin bestehen, die Signalverstärker stillzulegen, ohne sie physisch zu zerstören. Dies würde eine weniger konfrontative Vorgehensweise darstellen, die möglicherweise zu einer Deeskalation beiträgt.

Die Frage bleibt jedoch, ob Selenskyjs Ultimatum lediglich ein Bluff ist. Alexander Friedman weist darauf hin, dass es kaum unabhängige Informationen über die Signalverstärker gibt und die westlichen Berichte oft auf ukrainischen Einschätzungen basieren. Eine mögliche „Eliminierung“ der Anlagen könnte ohne tatsächliche militärische Aktionen vermeldet werden.

Lukaschenko unter Druck

Lukaschenko ist in einer schwierigen Lage, da er Entscheidungen, die die militärische Präsenz Russlands betreffen, nicht ohne die Zustimmung des Kremls treffen kann. Friedman erklärt: „Er kann die Russen höchstens um Unterstützung bitten, was jedoch kaum wahrscheinlich ist.“ Währenddessen hat Lukaschenko ein Treffen mit Wladimir Putin angekündigt, wo die Situation zur Sprache kommen könnte.

Zukünftige Entwicklungen

Die aktuelle Situation könnte die Spannungen zwischen Lukaschenko und Putin verschärfen. Selenskyj scheint eine klare Abschreckungspolitik gegenüber dem belarussischen Machthaber zu verfolgen, um zu verhindern, dass Belarus in den Konflikt eingreift. Laut Ihor Kysym, einem ehemaligen ukrainischen Botschafter in Belarus, wird ein direkter Angriff auf belarussisches Territorium jedoch vorerst vermieden werden. Stattdessen könnte die Ukraine strategische Infrastrukturen angreifen, die die Verbindung zwischen Belarus und Russland sichern.

In den kommenden Tagen wird sich zeigen, ob das Ultimatum von Selenskyj zu konkreten militärischen Aktionen führt oder ob diplomatische Bemühungen die Oberhand gewinnen.


Quellen: n-tv

Bildquelle: depositphotos

TS