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Festnahme in Istanbul: Journalist vor Nato-Gipfel unter Druck

In Istanbul wird der Gerichtsreporter Kayhan Ayhan festgenommen, während die NATO in Ankara tagt. Die Festnahme, die auf seine Berichterstattung über den abgesetzten Bürgermeister Imamoglu folgt, wird als Einschüchterungsversuch gewertet.

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Festnahme in Istanbul: Türkei verhaftet Journalisten zum Auftakt des Nato-Gipfels
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In der Nacht vor dem Nato-Gipfel in Ankara wurde der Gerichtsreporter Kayhan Ayhan in Istanbul festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, irreführende Informationen verbreitet zu haben, was als Versuch gewertet wird, die Pressefreiheit in der Türkei weiter zu unterdrücken.

Hintergrund der Festnahme

Kayhan Ayhan, der für die Tageszeitung “Birgün” schreibt, wird regelmäßig von seiner Redaktion zur Berichterstattung über den Prozess gegen den abgesetzten Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu eingesetzt. Imamoglu, einer der prominentesten Kritiker des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, befindet sich seit über einem Jahr in Untersuchungshaft, da gegen ihn mehrere Verfahren wegen Korruption laufen. Die Opposition sieht diese Prozesse als politisch motiviert an, während die türkische Regierung diese Vorwürfe zurückweist.

Reaktionen aus der Presse

Die Journalisten-Gewerkschaft Basin-Is hat die Festnahme scharf verurteilt. In einer Erklärung auf X wurde betont, dass die Maßnahme darauf abzielt, Journalisten einzuschüchtern und zu einer Selbstzensur zu bewegen. Die Gewerkschaft fordert die sofortige Freilassung von Ayhan.

Weitere Festnahmen und internationale Kritik

Laut der Menschenrechtsorganisation MLSA wurde auch der türkische Journalist Hazar Dost verhaftet. Er soll aufgrund seiner Teilnahme an einer Demonstration im Jahr 2018 festgenommen worden sein, obwohl er dafür bereits freigesprochen wurde. Dost wurde während des Einkaufs in einem Gemüseladen in seinem Viertel von der Polizei in Gewahrsam genommen.

Die geopolitische Lage

Im Vorfeld des Gipfels in Ankara sind zahlreiche Festnahmen von Aktivisten, Gewerkschaftern und Journalisten dokumentiert worden. Trotz dieser repressiven Maßnahmen gilt die Türkei weiterhin als strategisch wichtiger Partner innerhalb der NATO. Wolfgang Ischinger, Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz, betonte, dass ohne die Türkei, die eine Schlüsselrolle in der Region spielt, keine Lösung im Ukraine-Konflikt möglich sei.

Ausblick auf den Nato-Gipfel

Am Dienstag kommen die Staats- und Regierungschefs der NATO-Staaten in Ankara zu einem zweitägigen Gipfel zusammen. Die Agenda umfasst die Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses sowie die Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland. Die aktuellen Spannungen in den transatlantischen Beziehungen werden die Gespräche am Gipfel beeinflussen, insbesondere angesichts der Kritik von US-Präsident Donald Trump bezüglich der finanziellen Beiträge seiner Verbündeten zur Verteidigung.


Quellen: n-tv

TS