Fünf ältere Patienten sterben während Krankentransporten in Norditalien – immer ist derselbe Fahrer im Einsatz. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Mordverdachts. Der Fall wirft Fragen zur Sicherheit im Rettungswesen auf und sorgt landesweit für Entsetzen.
Fünf Todesfälle bei Krankentransporten in Italien – Mordverdacht erschüttert das Gesundheitssystem

In Norditalien sorgen ungewöhnlich viele Patiententode während Krankentransporten für Ermittlungen wegen schwerer Straftaten. Die Staatsanwaltschaft der Stadt Forlì ermittelt gegen einen 27-jährigen Rettungswagenfahrer, der im Zentrum der Untersuchungen steht. Zwischen Februar und Sommer 2025 starben mindestens fünf ältere Menschen, während sie in einem Rettungswagen zu medizinischen Terminen oder in Krankenhäuser transportiert wurden – und immer war derselbe Fahrer anwesend.
Ungewöhnliche Todesfälle während Routinefahrten
Die Todesfälle ereigneten sich nicht bei Notfalleinsätzen, sondern bei geplanten Überführungen von den Wohnorten der Patienten in Kliniken oder Pflegeeinrichtungen. Laut Ermittlern handelte es sich bei den Betroffenen um ältere Menschen mit schwerwiegenden chronischen Erkrankungen. Bei allen Transporten war derselbe Rettungsdienstmitarbeiter an Bord des Fahrzeugs, was die Staatsanwaltschaft auf den Plan rief.
Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann möglicherweise während der Fahrten schädliche Substanzen verabreicht haben könnte, die bei den Betroffenen zu plötzlichen kardialen Ereignissen geführt haben sollen. Der Verdacht gegen den Fahrer umfasst mehrfachen vorsätzlichen Mord, erklärte die Staatsanwaltschaft laut internationalen Medien.
Ermittlungen weiten sich möglicherweise aus
Die Untersuchungen laufen derzeit auf Hochtouren. Neben den fünf bestätigten Fällen prüfen die Behörden weitere Verdachtsmomente, bei denen derselbe Mitarbeiter beteiligt gewesen sein soll. Drei weitere Todesfälle stehen laut Berichten ebenfalls im Fokus der Ermittlungen. Dabei arbeiten die Carabinieri mit spezialisierten Einheiten des Gesundheitsschutzes zusammen, um medizinische Akten, Zeugenaussagen und Protokolle der Transporte zu analysieren.
Der 27-jährige Verdächtige wurde vom Italienischen Roten Kreuz, für das er im Auftrag tätig war, vorläufig suspendiert. Er bestreitet die Vorwürfe und erklärt, in allen Fällen lediglich seine Arbeit als Fahrer ausgeführt zu haben. Sein Verteidiger betonte, sein Mandant sei kooperationsbereit und bestreite jede Schuld.
Kritik am Rettungssystem und Sicherheitsfragen
Der Fall wirft in Italien grundlegende Fragen zur Sicherheit und Organisation von Krankentransporten auf. In vielen Fällen sind diese Transporte keine medizinischen Notfälle – sie werden von Fahrern ohne medizinisches Personal durchgeführt, was möglicherweise die frühzeitige Erkennung medizinischer Notfälle erschwert. Der Verdacht, dass ein Mitarbeiter während solcher Transporte aktiv schädlich gehandelt haben könnte, hat bei Angehörigen und der Öffentlichkeit Entsetzen ausgelöst.
Nächste Schritte im Verfahren
Die Ermittlungen dauern an. Geplant sind unter anderem forensische Auswertungen, medizinische Gutachten und Befragungen von Zeugen und Kollegen des Verdächtigen. Die zuständige Staatsanwaltschaft will nach Abschluss dieser Untersuchungen entscheiden, ob Anklage erhoben wird. Sollte sich der Verdacht erhärten, drohen dem ehemaligen Rettungsmitarbeiter schwere strafrechtliche Konsequenzen.








