Italien plant umfassende Reformen im Verkehrsrecht, die striktere Bußgelder und neue Fahrverbote für Geschwindigkeitsüberschreitungen vorsehen. Auch deutsche Autofahrer könnten von den Änderungen betroffen sein, da offene Bußgelder künftig eingetrieben werden sollen.
Härtere Verkehrsregeln in Italien: Auswirkungen auf Urlauber und Autofahrer

Italien plant umfassende Reformen im Verkehrsrecht
Die Regierung Italiens hat sich das Ziel gesetzt, die bestehenden Verkehrsregeln umfassend zu überarbeiten. Im Fokus stehen insbesondere die Bestimmungen zu Geschwindigkeitsüberschreitungen, die für Autofahrer künftig deutlich kostenintensiver werden könnten. Diese Initiative zur Überarbeitung der Straßenverkehrsordnung wurde vom Ministerium für Infrastruktur und Verkehr angestoßen, welches Anfang August 2026 Unterlagen an mehr als 100 Verbände und Interessengruppen versendet hat. Die Fertigstellung der neuen Regelungen ist bis zum Herbst 2026 angestrebt.
Erhebliche Erhöhung der Bußgelder
Laut dem italienischen Verkehrsministerium wird künftig bei Geschwindigkeitsüberschreitungen die Höhe der Überschreitung stärker gewichtet. Auf Autobahnen wird ein Vorschlag in Erwägung gezogen, der eine Geldstrafe von 10 Euro pro über dem Tempolimit gefahrenem Kilometer vorsieht. Innerhalb geschlossener Ortschaften könnten die Strafen je nach Verstoß zwischen 5 und 10 Euro variieren.
Beispielrechnung für Bußgelder
Für einen Autofahrer, der auf einer Autobahn in Italien 17 Kilometer pro Stunde zu schnell fährt, könnte eine Geldbuße von 170 Euro fällig werden. Es ist jedoch zu beachten, dass der genaue Betrag von weiteren Regelungen abhängt. Der Reformvorschlag ist derzeit noch nicht endgültig beschlossen.
Änderungen bei Fahrverboten
Zusätzlich zu den erhöhten Bußgeldern plant Italien auch eine Reform der Punktevergabe sowie der Fahrverbote. Auf Autobahnen könnte ein Fahrverbot bei einer Überschreitung von über 20 Kilometern pro Stunde verhängt werden, während innerorts bereits ab 40 Kilometern pro Stunde ein Verbot droht. Je nach Schwere des Verstoßes könnten zudem vier, sechs oder acht Punkte auf den Führerschein angerechnet werden. Die Dauer des Fahrverbots wird abhängig von der Schwere des Vergehens festgelegt.
Auswirkungen auf deutsche Autofahrer
Die neuen Regelungen könnten erhebliche Konsequenzen für deutsche Autofahrer haben. Bislang galt, dass ein Fahrverbot nur im Land seiner Verhängung gültig ist. Doch mit der EU-Richtlinie 2025/2206 könnte sich die Situation ändern. Bei schweren Verkehrsübertretungen, etwa bei erheblichen Geschwindigkeitsüberschreitungen oder Fahrten unter Alkohol- und Drogeneinfluss, wird der italienische Staat die zuständigen deutschen Behörden über das ausgesprochene Fahrverbot informieren. Diese müssen dann prüfen, ob das Verbot auch in Deutschland durchgesetzt wird, wobei kein Automatismus besteht.
Einziehung offener Bußgelder
Italien plant zudem, offene Bußgelder von ausländischen Fahrern einzutreiben. Nach Informationen des Verkehrsministeriums sollen Forderungen bis zu fünf Jahre nach dem Verstoß durchgesetzt werden können. Geplant ist auch eine Zwangsvollstreckung, sobald der Fahrer in Italien erneut mit dem Fahrzeug unterwegs ist, mit dem der Verstoß begangen wurde.
Weitere Änderungen im Verkehrsrecht
Über Bußgelder und Fahrverbote hinaus sind auch weitere Regelungen in der Planung. Unter bestimmten Voraussetzungen könnte beispielsweise das Überholen auf mehrspurigen Straßen rechts gestattet werden. Außerdem sollen Motorradfahrer bei Unfällen oder starkem Verkehrsaufkommen in speziellen Fällen den Pannenstreifen nutzen dürfen.
Regelungen für Zweiräder und Alkoholgrenzen
Die Reform umfasst ebenfalls Regelungen für Zweiräder. Eine neue Kategorie elektrisch betriebener Fahrräder wird eingeführt, für die eine Helmpflicht besteht. Bei herkömmlichen Fahrrädern und Pedelecs soll diese Pflicht für Kinder unter 14 Jahren gelten. Im Hinblick auf Alkohol am Steuer sind keine grundlegenden Änderungen vorgesehen. Für Fahranfänger und Berufskraftfahrer bleibt die Grenze bei 0,0 Promille, während für andere Autofahrer 0,5 Promille zulässig sind.
“`
Quellen: t-online, vivereinitalien
Bildquelle: Bildquelle: Janos Hintze auf Unsplash
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.








