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Hat die Ukraine in Taganrog Russlands seltene Seebären mit Drohnen angegriffen?

Ukrainische Drohnen haben in Taganrog zwei russische Seeaufklärungsflugzeuge des Typs Tu-142 angegriffen und zerstört. Dieser Verlust könnte gravierende Konsequenzen für die russische Marine haben, da derartige Maschinen kaum ersetzt werden können.

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Drohnenangriff auf Taganrog: Die Ukraine trifft Russlands seltene

Ukrainische Drohnenangriffe auf Taganrog: Verlust seltener russischer Aufklärungsflugzeuge

In der Nacht von Freitag auf Samstag griffen ukrainische Langstreckendrohnen den Militärflugplatz Taganrog am Asowschen Meer an, wo zwei russische Seeaufklärer stationiert waren. Videoaufnahmen, veröffentlicht von ukrainischen Seiten, zeigen, wie mindestens eines der Flugzeuge des Typs Tu-142, auch unter dem NATO-Codename „Bear F/J“ bekannt, in Flammen aufgeht. Laut Angaben der ukrainischen Behörden wurden beide Maschinen vollständig zerstört, was einen signifikanten Verlust für die russische Marine darstellt, da diese älteren Flugzeuge nur schwer ersetzt werden können.

Die Tu-142, entwickelt vom Konstruktionsbüro Tupolew in den späten 1960er Jahren, wurde 1972 in den Dienst gestellt. Sie basiert auf dem strategischen Bomber Tu-95, der für verschiedene Einsatzzwecke umgebaut wurde. Neben der Grundversion gibt es mehrere Varianten, die unter anderem für die Ozeanüberwachung und die U-Boot-Jagd eingesetzt werden.

Ausgestattet mit akustischen und magnetischen Sensoren, ermöglicht die Tu-142 die Ortung getauchter U-Boote. Ihre Bewaffnung umfasst Torpedos und Raketen, während zwei Maschinenkanonen am Heck zur Verteidigung dienen. Der Einsatzradius beträgt etwa 5200 Kilometer. Die Produktion wurde 1975 in das Flugzeugwerk Taganrog verlagert, das heute dem Hersteller Berijew gehört, und bis 1994 wurden rund 100 Exemplare gefertigt.

Taganrog im Kontext des Ukraine-Konflikts

Nach dem Zerfall der Sowjetunion verblieben einige Tu-142 in der Ukraine, die jedoch im Rahmen von Abrüstungsverträgen verschrottet wurden. Berichten zufolge hat die russische Marine noch etwa zwei Dutzend dieser Flugzeuge im Einsatz. Da keine Produktionslinie für die Tu-142 mehr existiert, hat jeder Verlust weitreichende Folgen für die russischen Streitkräfte.

Unklar bleibt jedoch, ob die angegriffenen Tu-142 tatsächlich einsatzfähig waren. Ein ukrainisches Portal berichtete unter Berufung auf Satellitenbilder, dass beide Maschinen seit mindestens 2011 nicht mehr im aktiven Dienst standen. Es wird vermutet, dass sie möglicherweise für eine Instandsetzung oder einen Verlegungsflug vorbereitet wurden. Eine andere Theorie besagt, dass sie als Köder dienten, um ukrainische Drohnen anzulocken.

Die Analyse der veröffentlichten Aufnahmen lässt darauf schließen, dass es sich um eine Tu-142MR, die als fliegende Kommunikationsplattform fungiert, und eine Tu-142MK zur U-Boot-Jagd handelt. Der Verlust der Tu-142MR könnte besonders gravierend sein, da sie über Langwellenfunk den Kontakt zu Russlands atomgetriebenen U-Booten aufrechterhält und für die Nordflotte in der Arktis von großer Bedeutung ist.

Ukrainische Angriffe auf russische Luftstreitkräfte setzen sich fort

Der Angriff auf die Tu-142 ist Teil einer Reihe ukrainischer Angriffe auf die russische Luftflotte. Vor rund einem Jahr zerstörte die Ukraine im Rahmen der Operation „Spinnennetz“ einen Teil der russischen strategischen Bomberflotte. Zuvor hatte die ukrainische Luftabwehr bereits mindestens zwei Frühwarnflugzeuge des Typs A-50 abgeschossen. Egal, ob die beiden Tu-142 einsatzbereit waren oder nicht mehr funktionsfähig, die Botschaft bleibt klar: Russlands Spezialflugzeuge sind auch abseits der Frontlinie gefährdet.


Quellen: n-tv, heute

TS